Erzbischof Koch zieht positives Fazit nach Weltfamilientreffen in Rom

Erzbischof Heiner Koch
Foto: Erzbistum Berlin

Der im Rahmen der deutschen Bischofskonferenz (DBK) für Ehe und Familie zuständige Berliner Erzbischof Heiner Koch hat nach dem Weltfamilientreffen in Rom ein positives Fazit gezogen.

"Es war für mich bewegend, wie klar viele Paare ihre Ehe und Familie bei diesem Weltfamilientreffen als Berufung verstehen, der sie sich im Glauben ein Leben lang auch in schwierigen Phasen stellen wollen", sagte Koch am Sonntag.

"Manchmal kommen mir bei uns die Worte von der Sakramentalität der Ehe wie pflichtbewusst geäußerte, oftmals leblose theologische Standardformeln vor", sagte der Erzbischof angesichts der weltkirchlichen Perspektive in Rom selbstkritisch mit Blick auf Deutschland.

"Hier in Rom merkte ich in manchen Statements, wie lebendig und herausfordernd für viele das bei ihrer Trauung empfangene Geschenk der Gegenwart Gottes in ihrer Ehe ist, und wie tragend und bedeutend es für ihre Ehe ist, sich immer wieder ganz konkret auf Gott einzulassen", so Koch weiter.

Im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) ergänzte der Familienbischof: "Wir müssen wieder entdecken, dass die Ehe kein Ideal ist, sondern Realität, die man aus dieser Kraft heraus mutig angehen kann, weil man daran glaubt, dass es funktioniert."

Das sei "natürlich schwierig zu vermitteln, weil die Glaubenssubstanz bei uns einfach dünner geworden ist". Daher frage er sich, "wie man diese Freude daran wieder eröffnen kann".

In Sachen Ehevorbereitung könne man von einem Mann und einer Frau, die heiraten wollen, zwar etwas "einfordern", aber mit "einer Zwangsmaßnahme in Richtung 'Qualifizierung für ein Sakrament' ist keinem geholfen", sagte Koch.

Kommentar zum Thema Abtreibung in den USA

Am Rande des Weltfamilientreffens äußerte sich der Berliner Erzbischof auch zur Aufhebung des Abtreibungsurteils Roe v. Wade in den USA durch das Urteil im Fall Dobbs. Nun können die einzelnen Bundesstaaten den Zugang zu vorgeburtlichen Kindstötungen eigenständig regeln.

Er "plädiert" laut KNA-Bericht "für das deutsche System im Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen. Dort bleibt die Abtreibung in den ersten drei Monaten straffrei, wenn sich die schwangere Frau zuvor beraten lässt; zwischen Beratung und möglichem Abbruch müssen mindestens drei Tage liegen."

Mit einer qualifizierten Beratung könnten Frau und Kind "im Frieden zu einer guten Entscheidung" kommen", die dann zu respektieren sei, erklärte Koch.

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