Erzbischof Schick ruft zum Gebet für die Christen in China auf

Erzbischof Ludwig Schick
Foto: Stefan Krug / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
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Zum Gebet für die bedrängten Christen in China ruft Erzbischof Ludwig Schick die Katholiken in Deutschland auf. Anlässlich des Weltgebetstags für die Kirche in China am 24. Mai forderte der Bamberger Erzbischof auch eine stärkere Aufmerksamkeit für die Lage der systematisch verfolgten Christen in China: "Die Menschen dort brauchen die Gewissheit, dass sich Christen in der ganzen Welt mit ihnen solidarisch erklären, genauso wie auch sie für die Menschen überall auf der Welt beten."

Erzbischof Schick erinnert an die "vorläufige Vereinbarung" zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik. Der genaue Wortlaut sei zwar nicht veröffentlicht worden. Aber "offenbar seien dem Papst gewisse Rechte bei der Auswahl und Ernennung von Bischöfen" eingeräumt worden.

Wie die deutsche Bischofskonferenz mitteilte, begrüßte Erzbischof Schick, dass mit der Vereinbarung "zum ersten Mal überhaupt ein gemeinsames Dokument durch die Volksrepublik China und den Vatikan unterzeichnet wurde".

Der Papst erhoffe sich durch den in Gang gesetzten Prozess weitere Fortschritte auf dem Weg zu einer besseren Zusammenarbeit mit dem Staat. Auch solle mit diesem Dokument die dauerhafte Einheit der katholischen Kirche in China vorangebracht werden.

Gleichwohl sei die Lage der Christen in China weiterhin schwierig, nicht selten sogar bedrückend, so der Erzbischof.

Tatsächlich werden Kirchen und Heiligtümer in mehreren Regionen Chinas immer wieder zerstört, Kreuze entfernt und Gläubige durch Behörden schikaniert und bedrängt. Auch das Schicksal inhaftierter oder unter Hausarrest gestellter Bischöfe und Priester ist ungewiss. In Teilen Chinas wird Kindern und Jugendlichen das Betreten von Kirchen verboten, sogar katechetische Aktivitäten für sie sind untersagt.

Gerade in dieser Situation, so Erzbischof Schick, sei es geboten, "unsere Aufmerksamkeit und unser Gebet den bedrängten Glaubensbrüdern und -schwestern in der Volksrepublik China zuzuwenden".

"Sinisierung von Religion"

Mit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 hat Präsident Xi Jinping eine "Sinisierung" aller Religionen in China angeordnet, darunter auch des Christentums und des Islam. Im Jahr 2017 sagte Xi, der mittlerweile "Präsident auf Lebenszeit" ist, dass Religionen, die nicht ausreichend kommunistischen Idealen entsprächen, eine Bedrohung für die Regierung des Landes darstellten und daher stärker "chinesisch orientiert" werden müssten.

In einem Interview am 12. Mai verteidigte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin das Abkommen und sagte, die Sinisierung sei mit dem Katholizismus sogar vereinbar.

Hintergrund: Weltgebetstag

Am 24. Mai jedes Jahres findet die traditionelle Wallfahrt zum größten chinesischen Marienheiligtum Sheshan in der Nähe von Shanghai statt. Die katholische Kirche begeht weltweit an diesem Tag den Gebetstag für die Kirche in China, den Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 eingeführt hat. Auch in Deutschland sind alle katholischen Christen aufgerufen, im Gebet ihre Verbundenheit und Solidarität mit den Christen in China zu zeigen.

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