Erzbischof von Sydney ruft zum Widerstand gegen Euthanasiegesetz auf

Erzbischof Anthony Fisher O.P.
Foto: Facebook / Erzbistum Sydney

Der Erzbischof von Sydney hat die Gläubigen aufgefordert, ihre Stimme gegen Euthanasie zu erheben angesichts der Debatte in Newsüdwales über die Legalisierung dieser Praxis.

Euthanasie wird in Deutschland auch als "Sterbehilfe" bezeichnet. Das Parlament von Newsüdwales wird voraussichtlich am 12. November mit der Debatte über das Gesetz zur freiwilligen Sterbehilfe 2021 beginnen, weniger als einen Monat, nachdem es vom Abgeordneten Alex Greenwich eingebracht wurde.

"Ich bin ein entschiedener Gegner von Euthanasie und Sterbehilfe, weil wir kranken Menschen mit unseren Gesetzen nicht sagen sollten, dass wir glauben, dass sie tot besser dran wären oder dass es uns besser ginge, wenn sie tot wären", sagte Erzbischof Anthony Fisher, O.P. in einem Brief an seine Erzdiözese vom 8. November.

Er sagte, es sei "sehr wichtig", dass die Menschen ihren Widerstand gegen den Gesetzesentwurf zur freiwilligen Sterbehilfe 2021 während der öffentlichen Befragungsphase, die am 22. November endet, zum Ausdruck bringen.

Die Häufigkeit des Missbrauchs älterer Menschen sowie "alarmierende Selbstmordraten unter den Schwachen" bedeuteten, dass Newsüdwales "besonders vorsichtig" sein sollte, wenn es um die Legalisierung der Euthanasie gehe, so der Erzbischof.

"Eine gerechte und mitfühlende Gesellschaft kann sicherlich respektvollere und liebevollere Wege finden, um mit dem Leiden am Ende des Lebens umzugehen, als die leidende Person zu töten", sagte Fisher.

In einem weiteren Schreiben an die Erzdiözese vom 11. November bekräftigte Fisher den Aufruf an die Menschen, sich gegen das Gesetz auszusprechen, und erklärte, dass er aufgrund seiner eigenen Erfahrungen im Jahr 2016 voll und ganz verstehe, warum Menschen legalisierte Euthanasie fordern. Die Debatte über den Gesetzentwurf beginnt am 12. November.

"Als jemand, der den Schmerz und die Demütigung einer schweren Krankheit selbst erlebt hat, möchte ich, dass Sie sich für das Leben einsetzen", sagte Fisher.

"Vor ein paar Jahren war ich dem Tod nahe", sagte er. "Ich hatte einen schweren Fall von Guillain-Barré-Syndrom und war vom Hals abwärts völlig gelähmt. Ich hatte schreckliche Schmerzen. Ich war nicht in der Lage, mich zu ernähren oder mich zu waschen. Ich war eine Last für andere und wollte es nicht sein. Ich verbrachte fünf Monate im Krankenhaus, zusammen mit anderen.


Dennoch, so der Erzbischof, gebe es "zu viel Gewalt und Missbrauch in unserer Gesellschaft, einige davon mit tödlichem Ausgang", und es bestehe keine Notwendigkeit, "Tötung oder Vernachlässigung zu normalisieren, sei es von jungen oder älteren Menschen, von Behinderten oder Kranken, von Depressiven oder Einsamen, von Lebenden oder Sterbenden".

"Es liegt sicher nicht jenseits des menschlichen Verstandes, einen besseren Weg zu finden, mit dem Leiden umzugehen", sagte Fisher. Die katholische Kirche unterstützt die Palliativmedizin, d. h. sie versucht, einen Patienten am Ende seines Lebens mit Methoden wie der Schmerzbehandlung zu begleiten, und ist gegen die Praktiken der Sterbehilfe, der Euthanasie oder des assistierten Todes.

Die Kongregation für die Glaubenslehre hat in ihrem Schreiben Samaritanus Bonus vom September 2020 die immerwährende Lehre der Kirche über die Sündhaftigkeit der Euthanasie und der Beihilfe zum Suizid erneut bekräftigt. Die Kongregation erinnerte an die Verpflichtung der Katholiken, Kranke und Sterbende durch Gebet, physische Präsenz und die Sakramente zu begleiten.

Die katholischen Bischöfe in Australien haben sich wiederholt schriftlich für die Palliativmedizin als Alternative zu Sterbehilfe und Euthanasie ausgesprochen. In vielen Ländern, so auch in Australien, herrscht jedoch ein Mangel an Palliativmedizinern. Im Februar 2021 stellte eine australische Universität fest, dass das Land weniger als die Hälfte der für die Betreuung unheilbar kranker Patienten erforderlichen Palliativmediziner hat.

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.