Ex-Geschäftsführer von "Adveniat" war selbst Missbrauchstäter, Fluchthelfer: Bericht

Bischof Emil Stehle
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Einem Bericht des Internetauftritts der Tagesschau zufolge wird der 2017 verstorbene, langjährige Geschäftsführer von "Adveniat" und spätere Bischof Emil Stehle beschuldigt, mehrere Frauen sexuell missbraucht zu haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, mehreren sexuell übergriffigen Priestern aus verschiedenen Bistümern beim Untertauchen in Südamerika geholfen zu haben.

Nach Recherchen von report München und der spanischen Zeitung "El País" haben sich "mehr als zehn Frauen bei kirchlichen Stellen gemeldet – das jüngste Opfer soll zum Tatzeitpunkt elf Jahre alt gewesen sein. Zwei von ihnen haben nun ihr Schweigen gebrochen."

Bereits im September 2021 hatte CNA Deutsch berichtet, Stehle habe einen geistlichen Missbrauchstäter aus dem Bistum Hildesheim, gegen den ein Haftbefehl vorlag, bei der Flucht nach Paraguay unterstützt.

Laut Tagesschau-Bericht habe er "auch Priestern aus anderen Ländern" – darunter Spanien und Kolumbien – dabei geholfen, "der Strafverfolgung zu entkommen".

Im Jahr 1990 habe "ein spanischer Priester aus Barcelona, gegen den ein Ministrant schwere Missbrauchsvorwürfe erhoben hatte, Unterschlupf in Stehles Bistum in Ecuador" gefunden und gar sein Privatsekretär geworden.

"Briefe im geheimen Bistumsarchiv von Santo Domingo in Ecuador dokumentieren, dass es zuvor Absprachen auf höchster Ebene gegeben haben muss – zwischen dem entsendenden Bischof aus Barcelona, Ricardo Maria Carles, und Emil Stehle, damals Bischof von Santo Domingo de los Colorados", so der Bericht.

Stehle wurde 1926 geboren und 1951 zum Priester geweiht. Seit 1957 war er Auslandsseelsorger in Kolumbien. Seine Position als Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks "Adveniat" hatte er von 1977 bis 1988 inne.

Im Jahr 1983 wurde er zum Weihbischof für das ecuadorianische Bistum Quito ernannt. Vier Jahre später übernahm er das neugegründete ecuadorianische Bistum Santo Domingo de los Colorados als Diözesanbischof. Seit 2002 lebte er im Ruhestand in Konstanz am Bodensee und starb 2017.

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