Familienverbände fordern höheres Kindergeld, Kinderfreibetrag bei Sozialversicherung

Familie (Illustration)
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Der Familienbund der Katholiken hat gemeinsam mit dem Deutschen Familienverband ein höheres Kindergeld gefordert und sich für die Einführung eines Kinderfreibetrags bei der Sozialversicherung ausgesprochen.

In ihrer jährlichen Analyse, "wie sich Sozialabgaben auf das frei verfügbare Einkommen von Familien auswirken", stellten die Verbände fest die Situation habe sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert: "Fehlten einer Familie mit zwei Kindern und einem durchschnittlichen Einkommen 2021 noch 223 Euro ihres Existenzminimums, sind es 2022 insgesamt 2.472 Euro."

Im Gegensatz zum Steuersystem nehme das Sozialversicherungssystem "keine Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit von Eltern", erklärte der Präsident des Deutschen Familienverbands, Klaus Zeh. "Kinderfreibeträge wie im Steuerrecht gibt es in der gesetzlichen Sozialversicherung nicht. Mit dem Ergebnis, dass es diejenigen bestraft, die durch die Kindererziehung deutlich weniger leistungsfähig sind."

Der Präsident des Familienbunds, Ulrich Hoffmann, ergänzte, das Sozialversicherungssystem, "das völlig aus der Balance geraten ist", müsse "auf die Füße" gestellt werden. "Da sich die Politik nicht bewegt, bleibt uns nur der Weg über Karlsruhe", spielte Hoffmann auf das Bundesverfassungsgericht an.

Konkret fordern die Familienverbände eine "Anhebung des Kindergeldes auf die Höhe der Wirkung des Kinderfreibetrags beim Spitzensteuersatz, damit die Entlastungswirkung pro Kind in jeder Familie gleich und jedes Kind dem Staat gleich viel wert ist".

Außerdem sei die "Einführung eines Kinderfreibetrags in der gesetzlichen Renten-, Kranken-, und Pflegeversicherung" notwendig, "um in der Sozialversicherung endlich die Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen und Leistungsgerechtigkeit herzustellen".

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