Fastenbotschaft 2022 von Papst Franziskus: "Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun"

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 9. Dezember 2015
Foto: CNA/Daniel Ibanez

Am gestrigen Donnerstag hat Papst Franziskus seine diesjährige Fastenbotschaft veröffentlicht. Darin ruft der Heilige Vater zu einem "Mentalitätswechsel" auf und empfiehlt, die Fastenzeit dafür zu nutzen, Gutes zu tun und auf konkrete Ablenkungen wie das Smartphone vermehr zu verzichten.

Der Glaube verhindere zwar nicht, dass es auch weiterhin Drangsal und Leid geben wird, doch jeder Gläubige habe die Möglichkeit, in den Bedürftigen Gottes Antlitz zu entdecken, so der Pontifex.

Die diesjährige Fastenbotschaft (hier im vollen Wortlaut) steht unter dem Titel: "Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun; denn wenn wir darin nicht nachlassen, werden wir ernten, sobald die Zeit dafür gekommen ist" (Galater 6,9-10).

"Lasst uns nicht müde werden, Gutes zu tun"

Papst Franziskus betont in seiner Botschaft, dass die Fastenzeit eine Zeit ist, in der man aktiv die Bedürftigen aufsuchen kann und "um diejenigen anzurufen und nicht zu ignorieren, die ein offenes Ohr und ein gutes Wort brauchen". "Setzen wir den Appell, allen Gutes zu tun, in die Tat um", so Franziskus weiter, "und nehmen wir uns Zeit, die Kleinsten und Wehrlosesten, die Verlassenen und Verachteten, die Diskriminierten und Ausgegrenzten zu lieben."

Besonders das Gebet sei ein unverzichtbares Werkzeug, schreibt der Papst. Der Glaube befreie zwar nicht "von den Drangsalen des Lebens", aber er ermögliche, diese Schwierigkeiten "in Christus vereint mit Gott zu durchleben". Franziskus erklärt: "Die Selbstgenügsamkeit ist eine gefährliche Illusion. Wenn uns die Pandemie unsere persönliche und gesellschaftliche Zerbrechlichkeit vor Augen geführt hat, so möge uns diese Fastenzeit den Trost des Glaubens an Gott erfahren lassen, ohne den wir keinen Halt haben."

Aufruf zur Beichte, Verzicht auf digitale Medien

"Lasst uns nicht müde werden, das Böse in unserem Leben auszurotten", so ein weiterer eindringlicher Appell des Pontifex. Um für diesen Kampf gegen das Böse gerüstet zu sein, empfiehlt Franziskus das Sakrament der Beichte. 

Um sich auch geistlich auf das Osterfest vorzubereiten, schlägt der Papst neben der Beichte außerdem vor, die Nutzung der digitalen Medien zu reduzieren. Wörtlich schreibt er:

"Lasst uns nicht müde werden, im Sakrament der Buße und Versöhnung um Vergebung zu bitten, in dem Wissen, dass Gott nie müde wird, uns zu vergeben. Werden wir nicht müde, gegen die Begierlichkeit zu kämpfen, jene Schwäche, die zur Selbstsucht und zu jedem Übel führt und im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Wege gefunden hat, um den Menschen in die Sünde zu stürzen (vgl. Enzyklika Fratelli tutti, 166). Eine dieser Möglichkeiten ist die Gefahr der Abhängigkeit von den digitalen Medien, die zu einer Verarmung der menschlichen Beziehungen führt. Die Fastenzeit ist eine günstige Zeit, gegen diese Fallstricke anzugehen und stattdessen eine ganzheitlichere menschliche Kommunikation zu pflegen, die aus 'wirklichen Begegnungen' von Angesicht zu Angesicht besteht."

Um ans Ziel zu gelangen, brauche es "die geduldige Ausdauer eines Bauern (vgl. Jak 5,7), damit wir nicht nachlassen, Schritt für Schritt das Gute zu tun", so Franziskus. "Wer fällt, strecke seine Hand nach dem Vater aus, der uns immer wieder aufrichtet. Diejenigen, die sich, von den Verlockungen des Bösen getäuscht, verirrt haben, sollten nicht zögern, zu dem zurückzukehren, der »groß im Verzeihen« ist (Jes 55,7)".

Papst Franziskus bleibt beim Bild des Bauern, der den Acker bewirtschaftet, in dem er schreibt:

"Das Fasten bereitet den Boden, das Gebet bewässert ihn, die Nächstenliebe macht ihn fruchtbar. Wir haben die gläubige Gewissheit, dass wir, 'wenn wir darin nicht nachlassen' ernten werden, 'sobald die Zeit dafür gekommen ist'."

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