Papst Franziskus spricht über die Kirche als "Gemeinschaft der geretteten Sünder"

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 2. Februar 2022
Foto: Daniel Ibáñez / CNA Deutsch
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Die Gendarmerie des Vatikans und die Schweizergarde haben einen Mann im Alter von etwa 40 bis 50 Jahren aus der Audienz-Halle am heutigen Mittwoch entfernt. Der sichtlich aufgebrachte Mann begann während der Katechese von Papst Franziskus in englischer Sprache zu rufen, meldete ACI Prensa, die Partneragentur von CNA Deutsch.

Papst Franziskus bezog sich am Ende der Katechese auf diesen Mann und sagte: "Vor ein paar Minuten hörten wir eine Person schreien, schreien, die irgendeine Art von Problem hatte. Ich weiß nicht, ob es physisch, psychisch oder geistig war. Ein Bruder von uns in Schwierigkeiten".

Der Papst bat auch um Gebete für diese Person: "Ich möchte zum Schluss für ihn beten, für unseren Bruder, der leidet, der Arme, wenn er schreit, dann weil er leidet, er hat eine Not, seid nicht taub für die Not dieses Bruders" und betete zum Schluss ein Ave Maria für ihn zusammen mit den anwesenden Gläubigen bei der Generalaudienz.

Zum Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar widmete der Papst seine Katechese den Heiligen.

Mit Blick auf seinen Katechese-Zyklus über den heiligen Josef sprach der Pontifex über die "Aspekte seiner Persönlichkeit, die die Kirche im Laufe der Jahrhunderte durch Gebet und Andacht hervorheben konnte". 

Ausgehend vom „Gemeinschaftsgefühl“, das in der Geschichte der Kirche die Gestalt des heiligen Josef begleitet habe, spreche er heute auch von der Gemeinschaft der Heiligen, fuhr Franziskus fort.

"Oft sagen wir im Glaubensbekenntnis: 'Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen'", erinnerte der Papst seine Zuhörer. 

"Was ist diese Gemeinschaft? Im Katechismus der Katholischen Kirche heißt es: 'Die Gemeinschaft der Heiligen ist eben die Kirche' (Nr. 946). Was für eine schöne Definition!"

Aber seines Erachtens bedeute das nicht, dass "die Kirche für die Vollkommenen reserviert ist", sagte der Papst in der Audienzhalle des Vatikans. "Es bedeutet, dass sie die Gemeinschaft der geretteten Sünder ist. Die Kirche ist die Gemeinschaft der geretteten Sünder. Das ist eine schöne Definition". 

Die Gemeinschaft der Heiligen: Das seien nicht nur die Brüder und Schwestern, die in diesem Augenblick der Geschichte neben einem stünden, sondern auch diejenigen, die ihren irdischen Pilgerweg beendet und die Schwelle des Todes überschritten hätten, fuhr Franziskus fort.

Einen herzlichen Gruß richtete er unter anderem an die Pilger deutscher Sprache. "Der heilige Josef kann selbst das Unmögliche möglich machen. Vertrauen wir dem Nährvater Jesu alle Schwierigkeiten und Sorgen der Personen an, die uns begegnen. Heiliger Josef, bitte für uns."

Zum Abschluss betete der Papst: 

Glorreicher Patriarch, heiliger Josef, dessen Macht das Unmögliche möglich zu machen weiß, komm mir in diesen Momenten der Angst und der Schwierigkeiten zu Hilfe. Nimm die sehr ernsten und schwierigen Situationen, die ich dir anvertraue, unter deinen Schutz, damit sie eine glückliche Lösung finden können. Mein geliebter Vater, mein ganzes Vertrauen ruht auf dir. Möge nicht gesagt werden, dass ich dich vergeblich angerufen habe, und da du mit Jesus und Maria alle Dinge tun kannst, zeige mir, dass deine Güte so groß ist wie deine Macht. Amen.

Die Veranstaltung endete mit dem Apostolischen Segen – und einem Avemaria für den Mann, den die Sicherheitskräfte entfernt hatten.

Blanca Ruiz trug zur Berichterstattung bei.

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