Historikerin gegen demokratische Verfahren in Wissenschaft und Religion

Ausschnitt aus einer der größten Ikonen der Welt: Die "Ecclesia Militans", entstanden um die Mitte des 16. Jahrhunderts, ist 143.5 cm hoch und 395.5 cm breit.
Foto: CNA/Gemeinfrei (bearbeitet)

In einem demokratischen Staat müssen nicht alle gesellschaftlichen Bereiche demokratisch organisiert werden, meint die Münchner Historikerin Hedwig Richter. Es sei nicht sinnvoll, überall demokratische Verfahren einzuführen, so würden beispielsweise die Wissenschaft und auch die Religion anderen Logiken unterliegen als die Politik, so Richter im Interview mit der „Herder Korrespondenz“ (Januar). Allerdings mahnte die Historikerin im Bezug auf die katholische Kirche Veränderungen an. Es erscheine ihr „für eine Organisation innerhalb einer demokratischen Gesellschaft nicht mehr akzeptabel, dass sie offiziell sexistische Richtlinien verfolgt und Frauen systematisch diskriminiert“. Historisch betrachtet würdigt Richter die Rolle der Katholiken im Kaiserreich im Prozess der Demokratisierung. „Es gelang dem Zentrum, den großen Anteil der katholischen Bevölkerung in den politischen Prozess einzubeziehen.“ So habe die Kirche beim Frauenwahlrecht eine führende Rolle eingenommen.

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