Humor als Heilmittel gegen Selbstüberschätzung: Der Papst an Priester und Ordensleute

Papst Franziskus spricht zu Priestern, Ordensleuten und Seminaristen in Trujillo, Peru am 20. Januar 2018.
Foto: Vatican Media / CNA
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Freude und ein Sinn für Humor sind ein gutes Heilmittel für die Versuchung der geistlichen Selbstüberschätzung, so Papst Franziskus in seiner Ansprache an Priester, Ordensleute und Seminaristen am gestrigen Samstag in Peru.

Gott ist größer als jeder Mensch, erinnerte der Pontifex die Zuhörer in Trujillo am 20. Januar 2018 – auch ein Mensch geweihten Lebens ist nicht der Messias.

"Johannes [der Täufer] verkörpert das Bewusstsein eines Jüngers, der sich bewusst ist, dass er nicht der Messias ist und niemals sein wird, sondern nur einer, der berufen ist, die Anwesenheit des Herrn im Leben seines Volkes hervorzuheben".

Wer über sich selbst nicht lachen kann, der überschätzt sich selbst, so Franziskus, und warnte davor, sich für zu wichtig zu halten. Er sei "sehr traurig", wenn er "einen Bischof, einen Priester, eine Nonne sehe, die verwelkt sind", sagte der Papst. "Und ich fühle mich viel trauriger, wenn ich verwelkte Seminaristen sehe".

Er empfahl seinen Zuhörern, mit der Fürsprache Mariens zu Gott um die Gnade der echten, ansteckenden Freude zu beten aber auch in den Spiegel zu schauen – wenn nötig mehmals täglich – und herzlich zu lachen.

"Schau in den Spiegel, schau in den Spiegel: Ist das ich? Bin ich das? Ha, ha, ha."

Das habe nichts mit Narzissmus zu tun – in diesem Fall sei der Spiegel ein Heilmittel:

"Lachen rettet uns vor dem selbstverliebten prometheischen Neopelagianismus derjenigen, die letztlich nur auf ihre eigenen Kräfte vertrauen und sich anderen überlegen fühlen", so Franziskus.

Der Glaube an Jesus ist ansteckend, fuhr der Papst fort, und wer ihn redlich lebt und praktiziert, steckt die anderen Menschen mit der Frohen Botschaft an, weil er die Liebe Gottes erwidere in seiner Berufung.

Diejenigen, die geweiht sind, sind aber nicht berufen, den Herrn durch ihre Missionen und Aktivitäten zu ersetzen. Sie sollen "mit dem Herrn Seite an Seite zu arbeiten und niemals zu vergessen, dass wir ihn nicht ersetzen".

Die Begegnung mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen aus ganz Peru fand am Seminar von Trujillo statt. Laut Statistiken des Presseamtes des Heiligen Stuhls gibt es derzeit in Peru etwa 3.361 Priester, darunter Diözesen und Ordensleute; 65 ständige Diakone; 422 männliche Ordensbrüder und 5568 Ordensfrauen.

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