"In der Seelsorge schlägt das Herz der Kirche": Deutsche Bischöfe veröffentlichen Dokument

Weihbischof Matthäus Karrer, Bischof Peter Kohlgraf, Bischof Michael Gerber und DBK-Pressesprecher Matthias Kopp am 8. März 2022 bei der Frühjahrs-Vollversammlung in Vierzehnheiligen
Foto: screenshot / YouTube / Deutsche Bischofskonferenz

Die deutschen Bischöfe haben bei der Frühjahrs-Vollversammlung am Dienstag ihr Dokument "In der Seelsorge schlägt das Herz der Kirche" vorgestellt.

Weihbischof Matthäus Karrer aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz, eine Arbeitsgruppe "sollte die theologischen Grundlagen von Seelsorge deutlich machen und pastorale Standards für Seelsorgerinnen und Seelsorger erarbeiten. Ziel war es, das Gespräch zu einer theologisch und kirchlich vertieften wie auch gesellschaftlich relevanten Selbstvergewisserung von Seelsorge anzuregen."

Der erste Teil des Dokuments "erläutert theologisch grundlegend das kirchliche Selbstverständnis von Seelsorge", so Karrer. "Der zweite Teil behandelt im Sinn einer aktualisierenden Konkretisierung drei zentrale Themenstellungen."

Erstens gehe es um "Berufung und Beruf, um Charismen und Kompetenzen, um zentrale Haltungen und Qualitätsstandards für Seelsorgerinnen und Seelsorger". Sodann beschreibe das Dokument "Phänomene und Ursachen von geistlichem und sexuellem Missbrauch an erwachsenen Personen im seelsorglichen Kontext". Schließlich skizziere ein drittes Kapitel "Orte, Räume und Gelegenheiten von Seelsorge und benennt dabei auch neue Kirchorte mit ihren Herausforderungen".

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf betonte in seiner Stellungnahme am Nachmittag in Vierzehnheiligen ausdrücklich die Positionierung des Dokuments, "dass es für sexualisierte Nähe und Kontakte in seelsorglichen Kontexten keine Toleranz" gebe.

Bischof Michael Gerber von Fulda sagte, Seelsorge könnte heutzutage "nicht anders denn im Team geschehen". Dabei gehe es auch um ökumenische Zusammenarbeit.

"Seelsorge geschieht gemäß festgelegten Qualitätsstandards", so Gerber abschließend. "Die notwendigen Kompetenzen können in der Ausbildung erworben und ständig in Fortbildungen erneuert werden. Aktuell befassen sich mehrere Prozesse mit Standards in der Ausbildung von Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die auf der Grundlage der formulierten und gesetzten Standards des nun vorliegenden Seelsorgepapiers weiter profiliert werden."

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