Innerhalb weniger Tage drei Bischöfe aus Bayern in Rom: Kardinal Marx bei Papst Franziskus

Kardinal Reinhard Marx am 24. Februar 2019 in Rom
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Am heutigen Donnerstag hat Papst Franziskus Kardinal Reinhard Marx zu einer Audienz empfangen. Es ist bereits das dritte Mal innerhalb von einer Woche, dass sich der Heilige Vater mit einem Bischof aus Bayern trifft.

Erst am Montag hatte sich der Passauer Bischof Stefan Oster SDB mit Papst Franziskus getroffen, vor genau einer Woche war der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zu einer Privataudienz in Rom – und nun also der Erzbischof von München und Freising. Nicht nur unter Vatikanisten sorgt dies für Spekulationen – zumal sich alle Beteiligten in Schweigen hüllen.

Aufmerksamkeit erregte Kardinal Marx – der unter anderem auch im Beratungsrat für Papst Franziskus sitzt – zuletzt mit einem Interview mit dem Wochenmagazin "Stern", in dem er sagte:

"Der Katechismus ist nicht in Stein gemeißelt. Man darf auch in Zweifel ziehen, was da drinsteht."

Angesprochen auf die kirchliche Einordnung praktizierter Homosexualität als Sünde fragte der Kardinal den Journalisten: "Was haben Sie denn ständig mit der Sünde?"

Es müsse stattdessen "um die Qualität von Beziehungen gehen. Diese Frage ist bei einigen in der Kirche nicht ausreichend diskutiert worden, da haben Sie recht. Aber Sünde bedeutet die Abkehr von Gott, vom Evangelium, und das kann man nicht allen Menschen unterstellen, die gleichgeschlechtliche Liebe leben, und obendrein sagen: weg mit ihnen."

Erzbischof Schick: Kein Kommentar zum Gespräch mit Papst Franziskus

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hatte vor einer Woche am 28. April eine Privataudienz bei Papst Franziskus. Über den Inhalt des Gesprächs werde er "selbstverständlich nichts sagen, das bleibt unter uns", so Schick hinterher gegenüber CNA Deutsch. 

Das Treffen sei jedoch sehr herzlich gewesen und habe länger gedauert als ursprünglich geplant.

Bischof Oster: Papst Franziskus bittet um Gebet

Am Montag, dem 2. Mai, reiste schließlich auch der Passauer Bischof Stefan Oster SDB nach Rom, um von Papst Franziskus zur Privataudienz empfangen zu werden.

"Die Inhalte der Gespräche mit dem Papst sind vertraulich", schrieb Oster einen Tag später auf Facebook," aber ich erlebe sie immer wieder als sehr herzlich und brüderlich – und auch wirklich stärkend im Glauben."

https://twitter.com/BischofOster/status/1521584574429548546?s=20&t=pCxjZscUALElpjv2Rfs7mQ

Der Papst habe ihn in seinen Privaträumen im Gästehaus Santa Martha "sitzend empfangen, weil er derzeit Kniebeschwerden hat und nicht gut aufstehen und gehen kann". Trotzdem sei der Papst "froh und guter Dinge". Oster schreibt weiter:

"Als kleine symbolische Gabe habe ich ihm aus Altötting ein Glas mit Altöttinger Weihrauch mitgebracht – und von unserem schönen Wallfahrtsauftakt erzählt. Denn Franziskus kennt Altötting und bittet mich bei Begegnungen immer wieder für ihn zu beten - und ausdrücklich fügt er dann immer wieder hinzu: in Altötting! Das machen wir gerne Hl. Vater und ich bin hier in unserem Bistum mit vielen anderen überaus dankbar für Ihren Hirtendienst für unsere Kirche und die Welt."

Von internationalen Beobachtern aus dem Umfeld des Vatikan ist zu erfahren, dass neben dem immer weiter eskalierenden Krieg in der Ukraine auch die Situation der Kirche in Deutschland dem Papst große Sorgen bereite. 

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