Kardinal Müller verurteilt "anthropologischen Nihilismus" beim "Synodalen Weg"

Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Foto: CNA / Daniel Ibanez

Kardinal Gerhard Müller hat erneut scharfe Kritik am deutschen "Synodalen Weg" geübt und eine "monothematische Fixierung auf die Sexualität" als "ein Menschenbild ohne den lebendigen Gott" und "anthropologischen Nihilismus" verurteilt.

In einem Meinungsbeitrag für das aus Österreich publizierende Portal kath.net bezog sich der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation auf die jüngsten Äußerungen von Papst Franziskus zum "Synodalen Weg". Der Heilige Vater hatte dabei gegenüber Bischof Georg Bätzing gewarnt: "In Deutschland gibt es eine sehr gute evangelische Kirche. Wir brauchen nicht zwei."

Müller schreibt, der Papst wolle auf den "Verlust der katholischen Hermeneutik (Erkenntnislehre)" hinaus, "mit der sich das Gremium 'Synodaler Weg', aber auch Zwei Drittel des Deutschen Episkopates, nicht nur ins Schisma bewegen, sondern direkt in einen apostatischen Widerspruch geraten sind zum katholischen Glaubensbekenntnis und das Adjektiv 'katholisch' zu einer bloß traditionellen Floskel entwertet haben."

Der Kardinal äußerte sich zudem deutlich zur beim "Synodalen Weg" formulierten Kritik am Priestertum – sowie an der priesterlichen Ehelosigkeit.

Das "Dienstamt der Bischöfe und Presbyter und Diakone" sei "keineswegs biblisch unbegründet und nur eine Sonder- oder Fehlform seiner eigenen Entwicklung", betonte Müller, "sondern die Fortsetzung der Sendung Christi vom Vater (Joh 20,21) in der Vollmacht des Heiligen Geistes (Apg 20,28)."

Müller wörtlich weiter: "Auch der verbissene Kampf gegen den Zölibat der Priester und die infame Verdächtigung der frei gewählten charismatischen Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen als Quelle und Ursache sexueller Perversionen bis zu kriminellen Übergriffen auf Heranwachsende, ist ein schlagender Beweis für die Distanz zum katholischen Denken und überhaupt für die Leugnung der Gnade, die der Natur nicht widerstreitet, sondern sie reinigt, erhebt und vollendet."

Müller rief die "Kirche in Deutschland" zur Umkehr auf und verwies in diesem Zusammenhang auf die theologische Erkenntnislehre des Zweiten Vatikanischen Konzils.

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