Papst warnt vor Einfluss von "intellektuellen theologischen Eliten" auf "Synodalen Weg"

Papst Franziskus
Foto: CNA Deutsch / Daniel Ibanez

In einem am Dienstag von der Jesuiten-Zeitschrift "La Civiltà Cattolica" veröffentlichten Interview hat Papst Franziskus vor dem Einfluss von "intellektuellen theologischen Eliten" auf den "Synodalen Weg" der Kirche in Deutschland gewarnt.

Wörtlich sagte der Heilige Vater: "Problematisch wird es, wenn der Synodale Weg von den intellektuellen theologischen Eliten ausgeht und stark von äußeren Zwängen geprägt ist." Es gebe aber durchaus Bistümer, "in denen der Synodale Weg mit den Gläubigen, mit den Menschen, langsam entwickelt wird".

Der Papst erinnerte auch daran, er habe dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, gesagt: "In Deutschland gibt es eine sehr gute evangelische Kirche. Wir brauchen nicht zwei."

Franziskus verwies auf sein Schreiben von 2019 an die Kirche in Deutschland. Darin rief er angesichts der "Erosion" und des "Verfalls des Glaubens" im Land die Gläubigen zur Bekehrung, zum Gebet und zum Fasten auf – und forderte, das Evangelium zu verkünden. Die Verkündigung des Glaubens sei der erste und eigentliche Auftrag der Kirche, und dies müsse somit auch das Ziel eines "Synodalen Wegs" sein.

In dem von "La Civiltà Cattolica" veröffentlichten Interview, das von Redakteuren verschiedener Jesuiten-Zeitschriften im Mai geführt wurde, betonte Papst Franziskus, er habe den Brief "selbst geschrieben, und ich habe einen Monat dafür gebraucht. Ich wollte die Kurie nicht einbeziehen. Ich habe es allein getan. Das Original ist spanisch und das deutsche ist eine Übersetzung."

Dort seien seine "Gedanken" zum "Synodalen Weg" zu finden.

Situation im Erzbistum Köln

Mit Blick auf das Erzbistum Köln erklärte Franziskus: "Als die Situation sehr turbulent war, habe ich den Erzbischof gebeten, für sechs Monate wegzugehen, damit sich die Dinge beruhigen und ich klar sehen kann. Denn wenn das Wasser unruhig ist, kann man nicht klar sehen."

Nach seiner Rückkehr habe er Kardinal Rainer Maria Woelki gebeten, "ein Rücktrittsschreiben zu verfassen. Er tat es und gab es mir. Und er schrieb ein Entschuldigungsschreiben an die Diözese. Ich habe ihn an seinem Platz gelassen, um zu sehen, was passieren würde, aber ich habe sein Rücktrittsschreiben in der Hand."

Franziskus bemängelte, "dass es eine Menge Druckgruppen gibt, und unter Druck ist es nicht möglich, zu unterscheiden". Es könne "unterschiedliche Standpunkte" geben, aber es sei ein Problem, "wenn es Druck gibt. Das ist nicht hilfreich."

Er wolle möglicherweise ein Team von Finanzexperten nach Köln senden, aber damit so lange warten, "bis kein Druck mehr vorhanden ist".

Kardinal Woelki steht in manchen Kreisen wegen seiner Rolle in der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Kritik, obwohl ihm kein Fehlverhalten vorgeworfen wurde. Auch der Umgang des Erzbischofs mit bestimmten Geldern sorgt immer wieder für Diskussionen.

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