Kardinal Sarah an Bischöfe: Wir müssen zur Eucharistie zurückkehren

Kardinal Sarah
Foto: Paval Hadzinski (Ausschnitt) via Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hat die Bischöfe der Weltkirche aufgefordert, zur Feier der heiligen Messe zurückzukehren, sobald diese trotz der Coronavirus-Pandemie wieder sicher gewährleistet werden kann. 

In einem Brief an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der Weltkirche betont Sarah, dass die Feier des Messopfers und die christliche Gemeinschaft notwendig für das christliche Leben sind.

Das Schreiben "Lasst uns mit Freude zur Eucharistie zurückkehren" ist auf den 15. August datiert. Es wurde am 3. September von Papst Franziskus approbiert.

In dem Brief, der diese Woche an die Bischöfe geschickt wurde, betont Sarah, dass die Kirche zwar mit den zivilen Behörden zusammenarbeiten und inmitten der Coronavirus-Pandemie auf Sicherheitsprotokolle achten sollte. Aber "liturgische Normen sind keine Angelegenheiten, über die zivile Behörden Gesetze erlassen können, sondern nur die zuständigen kirchlichen Behörden", so der Kardinal.

Bischöfe sollen zwar Hygiene-Vorschriften genügend Aufmerksamkeit schenken. Gleichzeitig müssen die Kirchenmänner darauf achten, dass nicht "Freizeitaktivitäten" Vorrang vor der heiligen Messe haben, warnt Sarah.

Der Brief betont auch, dass die Bischöfe vorläufige Änderungen an liturgischen Rubriken vornehmen können, um den Belangen der öffentlichen Gesundheit Rechnung zu tragen, und fordert zum Gehorsam gegenüber diesen vorläufigen Maßnahmen auf.

Dank und Aufruf


Bischöfe und Bischofskonferenzen hätten auf die staatlichen Behörden gehört und "schwierige und schmerzhafte Entscheidungen" getroffen – bis hin zum Aussetzen der Teilnahme an der heiligen Messe. Viele Gläubige hätten für lange Zeit auf die Eucharistiefeier verzichten müssen. 

"Diese Kongregation ist den Bischöfen zutiefst dankbar für ihren Einsatz und ihre Bemühungen, auf eine unvorhergesehene und komplexe Situation bestmöglich zu reagieren", betonte der Kardinal.

Sarah zitiert aus Sacrosanctum Concilium: Der Konstitution über die heilige Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils erinnert daran, dass die Liturgie der Höhepunkt ist, "dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt".

Sarah bemerkte, dass "wir so bald wie möglich, mit gereinigtem Herzen, zur Eucharistie zurückkehren müssen, mit einem erneuerten Staunen, mit einem verstärkten Wunsch, dem Herrn zu begegnen, bei Ihm zu sein, Ihn zu empfangen und Ihn zu unseren Brüdern und Schwestern zu bringen mit dem Zeugnis eines Lebens voller Glaube, Liebe und Hoffnung".

"Wir können nicht ohne das Festmahl der Eucharistie sein, dem Tisch des Herrn, zu dem wir als Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern eingeladen sind, um den auferstandenen Christus selbst zu empfangen, der mit Leib, Blut, Seele und Göttlichkeit in jenem Brot des Himmels gegenwärtig ist, das uns in den Freuden und Mühen dieser irdischen Pilgerfahrt trägt". 

Kardinal Sarah erinnert die Bischöfe daran, dass das heilige Messopfer und der Sonntag als Tag des Herrn die notwendige Voraussetzung christlichen Lebens als Gemeinde ist.

"Wir können nicht ohne das Festmahl der Eucharistie sein, dem Tisch des Herrn, zu dem wir als Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern eingeladen sind, um den auferstandenen Christus selbst zu empfangen, der mit Leib, Blut, Seele und Göttlichkeit in jenem Brot des Himmels gegenwärtig ist, das uns in den Freuden und Mühen dieser irdischen Pilgerfahrt trägt." 

Das von Papst Franziskus genehmigte Schreiben ruft auch dazu auf, von "virtuellen" und digitalen Gottesdienstübertragungen zum eigentlichen Kirchgang zurückzukehren.

Die im Internet und Fernsehen übertragenen Messfeiern hätten "einen großen Dienst geleistet" während der Covid-19-Pandemie. Sie ersetzen jedoch nicht die Teilnahme an der heiligen Messe, betont der Kardinal.

"Im Gegenteil, allein diese Sendungen laufen Gefahr, uns von einer persönlichen und intimen Begegnung mit dem menschgewordenen Gott zu entfernen, der sich uns nicht virtuell gegeben hat".

Sarahs Brief enthält einige konkrete Vorschläge für die Wiederaufnahme der Messe inmitten der Coronavirus-Pandemie. 

Verbote nur vorübergehend 


Wörtlich spricht Kardinal Sarah die Frage des vorübergehenden Verbots der Mundkommunion nicht an, die unter anderem in manchen deutschen Diözesen während der Pandemie verhängt wurde. Gleichzeitig betont der Prälat grundsätzlich, dass Bischöfe solche Verbote nur vorübergehend verhängen können. 

Sobald sich die Situation normalisiert, erlöschen auch solche Maßnahmen der Bischofskonferenzen, bekräftigt der Kardinal. 

Die Kirche, so schrieb er, "legt Zeugnis von der Hoffnung ab, lädt uns ein, auf Gott zu vertrauen, erinnert daran, dass die irdische Existenz wichtig ist, viel wichtiger aber ist das ewige Leben". Das ewige Leben "ist unser Ziel, unsere Berufung. Dies ist der Glaube der Kirche, der im Laufe der Jahrhunderte von Scharen von Märtyrern und Heiligen bezeugt wurde".

Sarah fordert die Katholiken auf, sich selbst und die von der Pandemie Betroffenen der Barmherzigkeit Gottes und der Fürsprache der seligen Jungfrau Maria anzuvertrauen, und ermutigt die Bischöfe, "Zeugen des Auferstandenen zu sein" und die sichere christliche Hoffnung zu verkünden, "welche die Grenzen dieser Welt überschreitet".

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