Kontroversen um deutschen "Synodalen Weg": "Es gibt das Schisma längst", erklärt Theologe

Dritte Synodalversammlung des deutschen "Synodalen Weges" im Februar 2022: Bischof Georg Bätzing vor dem Congress Centrum Frankfurt
Foto: Max von Lachner / Synodaler Weg

Die Warnungen des Papstes und zahlreicher Kardinäle und Bischöfe aus aller Welt vor einer neuen Kirchenspaltung aus Deutschland durch den sogenannten "Synodalen Weg" war nicht nur zutreffend: "Es gibt das Schisma längst", schreibt der Theologe Magnus Striet auf "katholisch.de", dem offiziellen Portal der deutschen Bischofskonferenz.

"Immer wieder ist von einem drohenden Schisma zu hören. Unverblümt spielen die Kritiker auf die schließlich zum Schisma führende Reformbewegung an, die Luther mit seiner heftigen Kritik an den Zuständen und der Theologie in der Kirche seiner Zeit übte", räumt der Autor des als "Analyse" bezeichneten Aufmachers am heutigen Montagmorgen ein.

"Sich sorgen, dass ein Schisma kommen könnte, müssen die Kritiker sich aber nicht. Es gibt das Schisma längst. Ob es institutionell vollzogen wird, ist eine nachrangige Frage", so Striet, Inhaber des Lehrstuhls für Fundamentaltheologie an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Freiburg. 

Wörtlich schreibt der Theologie-Professor weiter: "Die innere Distanz zu dem, was angeblich als verbindlich zu glauben vom Lehramt der römisch-katholischen Kirche vorgegeben wird, ist in vielen katholischen Milieus so ausgeprägt, dass hier auch nichts mehr zu kitten ist." 

Am Dienstag in der Karwoche hatten vier Kardinäle – Kardinal George Pell aus Australien, Kardinal Wilfrid Napier aus Südafrika, Kardinal Francis Arinze aus Nigeria und Kardinal Raymond Burke aus den USA – und 70 Bischöfe einen Brief an die deutschen Bischöfe aus "wachsender Sorge über den Charakter des gesamten Synodalen Weges und den Inhalt der synodalen Dokumente" geschrieben.

Die Unterzeichner warnten, der "Synodale Weg" drohe in eine "Sackgasse" zu führen und "zerstörerische Effekte" zu haben.

Statt zur Einheit oder zur Bekehrung aufzurufen, mokiert sich der deutsche Professor über die – so wörtlich – "schlichte Logik" des Briefs der Kardinäle und Bischöfe. Er nehme das Schreiben "nicht allzu ernst" schreibt Striet. Gleichzeitig kritisiert er den Aufruf zur Umkehr und zum Einhalt der katholischen Lehre der Unterzeichner. 

Der Theologe schreibt in seinem weit ausholenden Beitrag auf "katholisch.de" nicht nur von einem Schisma im Kontext des deutschen "Synodalen Wegs". Er räumt unter anderem auch ein, dass Papst Franziskus und die Glaubenskongregation – ebenso wie die 74 Kardinäle und Bischöfe der Weltkirche in ihrem Brandbrief – vor der Genderideologie gewarnt haben, die der "Synodale Weg" nach Einschätzung vieler Beobachter per Beschluss einführen will.

Striet wirft dabei selbst die Frage auf, die nicht nur der Vatikan sich seit Monaten mit Blick auf die Vorgänge in Deutschland stellt, sondern auch skandalisierte Katholiken in deutschen Bistümern: "Was aber wird hierzulande passieren, wenn die Papiere des Synodalen Wegs römischerseits einfach einkassiert werden?"

Entscheidend wird hierbei sein, ob und wie die deutschen Bischöfe reagieren. Der Brief von Bischof Georg Bätzing in Reaktion auf Kritik von Bischöfen aus aller Welt am deutschen "Synodalen Weg" sei "ein leicht zu durchschauender Beschwichtigungsversuch, der dem Ernst des Anliegens in keiner Weise gerecht wird", erklärte die katholische Initiative "Neuer Anfang" gegenüber CNA Deutsch.

In den vergangenen Worten hatte Bätzing nicht nur die Kritik der Kardinäle und Bischöfe aus aller Welt zurückgewiesen, sondern auch ähnliche Anfragen der polnischen Bischofskonferenz sowie der nordischen Bischofskonferenz, welche Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island umfasst.

Das könnte Sie auch interessieren: