Neuer Bericht: Vatikan erwägt Verkauf der Londoner Luxusimmobilie

London
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Der Vatikan erwägt laut einem Bericht der Catholic News Agency (CNA) den Verkauf des Londoner Anwesens, das im Mittelpunkt eines Finanzskandals des Staatssekretariats steht, das beim Kauf des Gebäudes geschätzte 100 Millionen Dollar verloren hat.

Die Agentur Bloomberg berichtete diese Woche, dass der Vatikan den Verkauf des ehemaligen Ausstellungsraums des Kaufhauses Harrods in der Sloane Avenue 60 im noblen Londoner Stadtteil Chelsea in Betracht zieht.

Das Staatssekretariat begann vor sieben Jahren, das Gebäude als Investitionsobjekt zu kaufen, das für einen Umbau in Luxuswohnungen vorgesehen war.

Laut Bloomberg sagten Quellen im Vatikan, dass die Londoner Immobilie auf etwa 369,1 Millionen Dollar geschätzt wird. Der Vatikan bestätigte gegenüber Bloomberg, dass man zwar keine Eile mit der Entscheidung habe, der Verkauf aber eine der Optionen sei, die man in Betracht ziehe.

Die Umstände des Kaufs der Immobilie sind Gegenstand von Ermittlungen, da der Vatikan geltend macht, dass der Geschäftsmann Gianluigi Torzi, der vom Vatikan als Makler für den letzten Teil des Gebäudeverkaufs hinzugezogen wurde, Teil eines Komplotts gewesen sei, um das Staatssekretariat um Millionen von Euro zu betrügen. Torzi bestreitet diese Anschuldigungen.

Das Staatssekretariat hatte die Immobilie an der Sloane Avenue 60 in London in mehreren Schritten zwischen 2014 und 2018 von dem italienischen Geschäftsmann Raffaele Mincione gekauft. Torzi verdiente Millionen von Euro für seine Rolle in der letzten Phase des Deals.

Torzi verkaufte dem Staatssekretariat die 30.000 Mehrheitsanteile an der Gutt SA, der Holdinggesellschaft, über die die Londoner Immobilie erworben wurde, während er 1.000 Anteile – mit Stimmrecht – für sich behielt.

Das Staatssekretariat hat mittlerweile geltend gemacht, dass Torzi bei dem Anteilsgeschäft unredlich gehandelt habe, während Torzi sagt, dass sein Vorgehen transparent gewesen sei – und mit dem Wissen der Vorgesetzten des Staatssekretariats vereinbart worden sei.

Im März entschied ein britischer Richter in einem Urteil zugunsten Torzis – und hob auch eine von der vatikanischen Staatsanwaltschaft beantragte Beschlagnahmung von Torzis Konten auf.

In diesem Monat erließ ein italienischer Richter einen Haftbefehl gegen Torzi, basierend auf Ermittlungen der Polizei in Rom wegen des Verdachts auf Geldwäsche und andere Finanzverbrechen. Drei Mitarbeiter werden ebenfalls als Komplizen dieser mutmaßlichen Straftaten verdächtigt. 

Torzi hält sich derzeit im Vereinigten Königreich auf. Bislang wurde kein Haftbefehl gegen ihn erlassen.

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