Neuer Tiefststand: Nur 48 neue Priesteramtskandidaten in ganz Deutschland

Priesterkragen (Symbolbild)
Daniel Ibáñez / CNA Deutsch

Im Jahr 2022 gibt es in ganz Deutschland nur 48 neue Priesteramtskandidaten in den Seminaren der 27 Diözesen. Das geht aus einem vorläufigen Ergebnis der Erhebung der Regentenkonferenz mit Stand vom 25. Januar 2023 hervor, das am selben Tag auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) publiziert wurde.

Die Statistik gibt nicht an, wie viele neue Seminaristen auf die einzelnen Bistümer entfallen. Ebenfalls nicht eingeschlossen sind neu aufgenommene Priesteramtskandidaten, die Ordensgemeinschaften angehören.

Erstmals haben weniger als 50 Männer ihre Seminarzeit begonnen. Im Jahr 2021 waren es noch 56 neu aufgenommene Priesteramtskandidaten, 2020 genau 54. Letztmalig mehr als 100 neue Kandidaten in den diözesanen Seminaren wurden im Jahr 2016 verzeichnet (103). Im Jahr 2007 waren es zum bislang letzten Mal mehr als 200 neue Seminaristen (201).

Auch ein Blick auf Zahl der neuen Diözesanpriester, die pro Jahr geweiht werden, zeigt einen deutlichen Abwärtstrend. Im Jahr 2022 – ebenfalls laut vorläufigem Ergebnis der Erhebung der Regentenkonferenz mit Stand vom 25. Januar 2023 – wurden nur 33 Männer zu Priestern geweiht.

Zehn von 27 Diözesen konnten keinen einzigen Priester weihen. Auch das ist ein neuer Rekordwert: Erstmals blieb eine zweistellige Anzahl von Bistümern ohne neue Priester. Mit jeweils vier neuen Priestern liegen das Erzbistum Köln und das Bistum Rottenburg-Stuttgart vorn.

Im Jahr 2021 wurden erstmals weniger als 50 Diözesanpriester in ganz Deutschland geweiht (48). Im Jahr zuvor, 2020, waren es noch 56 Neupriester gewesen. Zuletzt konnten 2007 mehr als 100 neue Diözesanpriester ihren Dienst antreten (110). Im Jahr 1994 waren es letztmalig mehr als 200 Neupriester (214).

Offiziell waren im Jahr 2021 – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – 21,6 Millionen Menschen in Deutschland katholisch, also rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Davon gingen indes durchschnittlich nur 923.000 Personen jeden Sonntag zum Gottesdienst, also ungefähr vier Prozent.