Ökumene: Kardinal Koch stellt gemeinsames Osterdatum in Aussicht

Kardinal Kurt Koch
Foto: EWTN / Paul Badde

Kardinal Kurt Koch hat ein gemeinsames Osterdatum in Aussicht gestellt. Damit unterstützt der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen eine Anregung des Leiters der Ständigen Vertretung des Patriarchats von Konstantinopel beim Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), Erzbischof Job Getcha von Telmessos.

Gechta hatte vorgeschlagen, das 1.700-Jahr-Jubiläum des Ersten Ökumenischen Konzils von Nizäa im Jahr 2025 wäre "eine gute Gelegenheit, die Christen über die Notwendigkeit einer Kalenderreform und eines gemeinsamen Osterdatums aufzuklären, um den Beschlüssen des ersten Ökumenischen Konzils wirklich treu zu bleiben". Wenn man das Osterdatum der Ost- und der Westkirche in diesem Jahr zusammenlege, könne dies ein Signal der "Ermutigung" für die Ökumene sein, so der Geistliche.

Der "Ökumene-Minister" der Katholischen Kirche begrüßte unterdessen diesen Vorschlag. Gegenüber dem Schweizer Nachrichtenportal "Kath.ch" ließ Kardinal Kurt Koch verlauten, dass der Jahrestag des Konzils von Nizäa "eine gute Gelegenheit" dafür sei. "Ich begrüße deshalb den Vorstoß von Erzbischof Job von Telmessos, dem Co-Präsidenten unserer Internationalen Gemischten Kommission für den theologischen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche in ihrem Gesamt, und hoffe, dass er auf gute Resonanz stoßen wird," so Koch weiter. Der Kurienkardinal wörtlich:

"Ein gemeinsames Osterdatum zu vereinbaren wird zwar nicht leicht sein; es lohnt sich aber, sich dafür einzusetzen. Dieser Wunsch liegt auch Papst Franziskus und auch dem Koptischen Papst Tawadros sehr am Herzen."

Bisher kein gemeinsames Datum

Auf dem Konzil in Nizäa wurde beschlossen, dass Ostern gefeiert wird am ersten Sonntag nach dem Vollmond, der dem Frühlingsanfang folgt. Der frühstmögliche Termin ist daher der 22. März, der spätestmögliche der 25. April. Obwohl sich der Vollmond exakt berechnen lässt, blieb jedoch weiterhin das Problem der unterschiedlichen Zeitzonen.

Dazu kommt, dass orthodoxe Christen für die Berechnung des Ostertermins den Julianische Kalender nutzen, der aktuell allerdings 13 Tage hinter der astronomischen Realität liegt.

Erzbischof Job Getcha erklärte außerdem, dass bereits 1997 vom ÖRK eine Konsultation abgehalten wurde, um ein gemeinsames Osterdatum festzulegen. Damals habe man entschieden, die nizänischen Normen beizubehalten, dass Ostern auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fallen sollte. Dagegen wolle man die astronomischen Daten mit genaueren Methoden berechnen und daher den Meridian von Jerusalem als Grundlage zu nehmen.

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