Papst Franziskus beklagt "Restauratoren", die das Zweite Vatikanum nicht akzeptieren

Papst Franziskus
Foto: Vatican Media

Es gebe viele "Restauratoren" in den Vereinigten Staaten, die das Zweite Vatikanische Konzil nicht akzeptieren, sagte Papst Franziskus in einem am Dienstag veröffentlichten Interview.

In dem Gespräch mit Redakteuren von verschiedenen Jesuiten-Zeitschriften kritisierte er das, was er als "Restaurationismus" in der Kirche bezeichnete, und definierte dies als ein Versagen, das Zweite Vatikanische Konzil von 1962 bis 1965 zu akzeptieren.

Er sagte: "Der Restaurationismus ist gekommen, um das Konzil zu knebeln. Die Zahl der Gruppen von 'Restauratoren' – zum Beispiel in den Vereinigten Staaten gibt es viele – ist beträchtlich".

"Ein argentinischer Bischof erzählte mir, er sei gebeten worden, eine Diözese zu verwalten, die in die Hände dieser 'Restauratoren' gefallen war", sagte der Pontifex. "Sie hatten das Konzil nie akzeptiert. Es gibt Ideen, Verhaltensweisen, die aus einem Restaurationismus stammen, der das Konzil im Grunde nicht akzeptiert hat."

"Das Problem ist genau das: In manchen Kontexten ist das Konzil noch nicht akzeptiert worden. Es ist auch wahr, dass ein Konzil ein Jahrhundert braucht, um Wurzeln zu schlagen. Wir haben also noch 40 Jahre Zeit, um es zu verwurzeln!"

"In der europäischen Kirche sehe ich mehr Erneuerung in den spontanen Dingen, die entstehen: Bewegungen, Gruppen, neue Bischöfe, die sich daran erinnern, dass ein Konzil hinter ihnen steht", so der Papst. "Denn das Konzil, an das sich einige Hirten am besten erinnern, ist das von Trient. Was ich sage, ist kein Unsinn."

Papst Franziskus berief sich auf den Widerstand gegen das Zweite Vatikanische Konzil, als er im Juli 2021 das Motuproprio Traditionis custodes erließ, das die Feier der traditionellen lateinischen Messe einschränkt.

Diese seit Jahrhunderten gefeierte Form der Messe ist auch als "tridentinische" und "gregorianische" bekannt, als Feier im Usus Antiquior, als Messe in der außerordentlichen oder überlieferten Form sowie als "Messe aller Zeiten" und "Alte Messe" (Vetus Ordo), im Gegensatz zur in den 1970er-Jahren eingeführten "Neuen Messe" (Novus Ordo).

In einem Brief an die Bischöfe der Welt zeigte Papst Franziskus sich damals traurig, dass die Feier der traditionellen lateinischen Messe "oft durch eine Ablehnung nicht nur der Liturgiereform, sondern des Zweiten Vatikanischen Konzils selbst gekennzeichnet ist".

Das Konzil anzuzweifeln sei "letztlich ein Zweifel am Heiligen Geist selbst, der die Kirche leitet".

Das Gespräch des Papstes mit den Redakteuren der Jesuiten-Zeitschriften wurde am 14. Juni von "La Civiltà Cattolica" veröffentlicht, aber bereits am 19. Mai geführt.

Übersetzt und redigiert aus dem Original von Catholic News Agency, der englischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch.

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