Papst Franziskus: Euthanasie schenkt keine Freiheit

Papst Franziskus spricht zum italienischen Onkologen-Verband am 2. September 2019
Foto: Vatican Media
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Euthanasie reduziert den Menschen zum Objekt; obwohl sie den Anschein erweckt, Freiheit zu geben, ist sie wirklich eine Ablehnung der Hoffnung. Das sagte Papst Franziskus vor einem Onkologie-Verband am 2. September.

"Die Praxis der Euthanasie, die bereits in mehreren Ländern legalisiert wurde, zielt nur scheinbar auf die Förderung der persönlichen Freiheit ab", sagte er am 2. September.

"In Wirklichkeit", fuhr er fort, "basiert sie auf einer utilitaristischen Sichtweise der Person, die nutzlos wird oder mit Kosten gleichgesetzt werden kann, wenn sie aus medizinischer Sicht keine Hoffnung auf Besserung hat oder Schmerzen nicht mehr vermeiden kann".

"Wenn man sich für den Tod entscheidet, sind die Probleme in gewisser Weise gelöst; aber wie viel Bitterkeit steckt hinter dieser Argumentation, und welche Ablehnung der Hoffnung die Entscheidung beinhaltet, alles aufzugeben und alle Bindungen zu lösen", so Franziskus.

Der Papst erklärte, dass die medizinische Technik nicht für ihren richtigen Zweck, den Dienst am Menschen, eingesetzt wird, wenn sie diesen "zu einer Sache reduziert" oder unterscheidet, wer die Behandlung nicht verdient, weil er angeblich "eine Last" oder "eine Verschwendung" ist.

Der gegenteilige Ansatz sei die Verpflichtung, einen Patienten und seine Angehörigen in allen Phasen zu begleiten und zu versuchen, das Leiden durch Palliativmedizin oder das familiäre Umfeld des Hospizes zu lindern, argumentierte er. Dies "trägt dazu bei, eine Kultur und Praxis zu schaffen, die dem Wert jedes Einzelnen mehr Aufmerksamkeit schenkt".

Die Länder mit legaler Euthanasie sind die Niederlande, Belgien, Kolumbien, Luxemburg und Kanada. In den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland sowie in knapp zehn US-Bundesstaaten ist die Beihilfe - "aktive Sterbehilfe" - legal.

Papst Franziskus sprach am 2. September vor einer Gruppe von etwa 150 Mitgliedern der Italienischen Gesellschaft für medizinische Onkologie in einer Audienz im Vatikan.

Er ermutigte das medizinische Personal, "nie den Mut zu verlieren für das Missverständnis, auf das man stoßen könnte, oder vor dem beharrlichen Vorschlag radikalerer und eiligerer Wege", und fügte hinzu, dass ihre Arbeit die Sensibilisierung in einer Gesellschaft beinhaltet, "die nicht sehr bewusst ist und manchmal abgelenkt wird".

Franziskus beschrieb eine Art "Büchse der Pandora", in der alles außer der Hoffnung erklärt wird. "Und wir müssen danach suchen", sagte er. "Wie man die Hoffnung erklärt, in der Tat, wie man sie in den begrenztesten Fällen gibt."

In der Audienz lobte der Papst die Fokussierung des Vereins auf die bestmögliche Versorgung jedes einzelnen Patienten nach seiner einzigartigen Biologie und nannte sie "eine Onkologie der Barmherzigkeit", denn die personalisierte Pflege richte die Aufmerksamkeit auf den Einzelnen, nicht nur auf die Krankheit, argumentierte er.

Er ermutigte die Mediziner, Jesus als Beispiel zu nehmen und betonte auch die Bedeutung Christi für die Kranken. Jesus, sagte er, "hilft ihnen, die Kraft zu finden, die Bande der Liebe nicht zu unterbrechen, ihr Leiden für Brüder anzubieten, die Freundschaft mit Gott zu bewahren".

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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