Papst Franziskus gedenkt der Opfer des Terrors in Europa, ruft zum Gebet auf

In seiner Generalaudienz erklärt der Pontifex, wie Katholiken von Jesus Christus das Beten lernen können

Papst Franziskus hält seine General Audienz in der Bibliothek des Apostolischen Palastes am 4. November 2020 im Vatikan.
Foto: Vatican Media

Aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes hat der Vatikan am heutigen Mittwoch die "digitale Generalaudienz" übertragen, zu der angesichts der Coronavirus-Pandemie der Papst wieder übergegangen ist. Franziskus setzte dabei seine Katechesen über das Beten fort, und bezeichnete dabei am 4. Oktober das Gebet als eine "Kunst", die man fortwährend üben und praktizieren müsse.

In seinen Grußworten an italienische Pilger nach der Generalaudienz sprach dann der Papst auch erneut über die jüngsten radikal-islamischen Terroranschläge in Europa.

"In diesen Tagen des Gebets für die Toten gedachten und gedenken wir der wehrlosen Opfer des Terrorismus, dessen Eskalation der Grausamkeit sich in ganz Europa ausbreitet", sagte er.

"Ich denke dabei insbesondere an den schweren Angriff in einem Gotteshaus in Nizza vor einigen Tagen und den Angriff in den Straßen von Wien gestern, der Bestürzung und Missbilligung in der Bevölkerung und bei denen, denen Frieden und Dialog am Herzen liegen, hervorgerufen hat", fuhr Franziskus fort.

"Ich vertraue der Barmherzigkeit Gottes die Menschen an, die auf tragische Weise verschwunden sind; und ich bringe meine geistige Nähe zu ihren Familien und all jenen zum Ausdruck, die unter diesen bedauerlichen Ereignissen leiden, die  zum Ziel haben, die geschwisterliche Zusammenarbeit zwischen den Religionen durch Gewalt und Hass zu gefährden." 

Jesus Christus selbst habe gezeigt, wie zu beten ist, so der Pontifex in der Übertragung: "Im Katechismus heißt es: 'Wenn Jesus betet, lehrt er uns schon beten' (Nr. 2607). Daher können wir am Vorbild Jesu auch einige Merkmale des christlichen Gebets erkennen." 

Franziskus verglich das Gebet mit einem Steuer: "Das Gebet ist das Steuer, das den Kurs Jesu lenkt. Er lässt sich nicht leiten von Erfolgen, von der Zustimmung der Menschen und auch nicht von diesem schmeichelhaften 'Alle-suchen-dich'", sagte der Papst.

"Jesus geht den Weg, der am unbequemsten ist; den Weg, der aber der Inspiration des Vaters entspricht, der Jesus Gehör schenkt und die er in seinem einsamen Gebet annimmt".

"Während seines öffentlichen Lebens schöpft Jesus ständig aus der Kraft des Gebets. Die Evangelien berichten uns, dass er sich zum Beten an abgelegene Orte zurückzieht: Es handelt sich um nüchterne und diskrete Betrachtungen, die uns eine Vorstellung von jenen betenden Dialogen geben."

Rosenkranz für ungeborene Kinder

 

In seinen Grußworten an die Katholiken polnischer Sprache hob der Papst eine weltweite Rosenkranzinitiative hervor, die in Polen zu Allerheiligen gestartet wurde. Der "Rosenkranz an den Himmelstoren" hofft, Menschen auf der ganzen Welt im Gebet für ungeborene Kinder vom 1. bis 8. November zu vereinen.

"Während dieser Woche verbindet das gemeinsame Gebet 'Rosenkranz an den Himmelstoren' in ganz Polen Ihre Familien und Pfarreien", sagte Franziskus.

"Möge dieses Gebet, das durch die Fürsprache der Muttergottes vom Rosenkranz in den Himmel gebracht wurde, die Heilung der Wunden, die mit dem Verlust ungeborener Kinder verbunden sind, die Vergebung der Sünden, das Geschenk der Versöhnung erwirken und eure Herzen mit Hoffnung und Frieden erfüllen."

(Poster der Kampagne der Kirche in Polen. Bild: Różaniec Do Granic)

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