Papst Franziskus: "Habe nichts über McCarrick gewusst"

Theodore McCarrick
Foto: Chip Somodevilla / Getty Images News
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Papst Franziskus bestreitet in einem neuen Interview, vom Verhalten des ehemaligen Kardinals Theodore McCarrick gewusst zu haben. Wörtlich sagt Papst Franziskus "über McCarrick wusste ich nichts, offensichtlich, nichts, nichts".

McCarrick wurde am 16. Februar 2019 in den Laienstand entlassen. Der 88-jährige wurde in einem kirchenrechtlichen Verfahren der Belästigung im Beichtstuhl und des sexuellen Missbrauchs von sowohl Minderjährigen als auch Erwachsenen für schuldig befunden - mit dem "erschwerenden Faktor" des Machtmissbrauchs. 

"Ich habe es oft gesagt, ich wusste nichts, [hatte] keine Ahnung" so Franziskus wörtlich gegenüber der mexikanischen Journalistin Valentina Alazraki.

Auch zu einem der schweren Vorwürfe, die Erzbischof Carlo Maria Vigano im vergangenen August gegen Franziskus und weitere Entscheidungsträger im Vatikan erhob, äußert sich der Papst in dem auf Spanisch veröffentlichten Gespräch nicht.

Vigano hat nach eigenen Angaben Franziskus in einem persönlichen Gespräch darüber informiert, dass gegen McCarrick Sanktionen verhängt worden waren. Dazu sagt Papst Franziskus im neuen Interview:

"Ich kann mich nicht erinnern, ob er [Vigano] mir davon erzählt hat. Ob es wahr ist oder nicht. Keine Ahnung! Aber Sie wissen das über McCarrick, ich wusste nichts. Wenn nicht, wäre ich nicht still geblieben, nicht wahr?"

Erzbischof Carlo Maria Vigano hatte in seiner "Zeugenaussage" berichtet, dass er persönlich Papst Franziskus über McCarrick informiert habe. 

Papst Franziskus hatte zu den Vorwürfe bislang geschwiegen. Auf die Frage, ob es wahr sei, dass Erzbischof Carlo Vigano, der Verfasser der Erklärung, ihn 2013 über McCarricks angebliches sexuelles Fehlverhalten mit Priestern und Seminaristen informiert habe, und ob es wahr sei, dass Benedikt XVI. zuvor Sanktionen gegen den ehemaligen Kardinal verhängt habe, sagte der Papst am 26. August 2018 gegenüber Journalisten noch: "Ich werde kein einziges Wort dazu sagen."

"Ich habe die Erklärung heute Morgen gelesen, und ich muss Ihnen aufrichtig sagen, dass ich Ihnen und all denen, die daran interessiert sind, dies sagen muss: Lesen Sie die Erklärung sorgfältig durch und treffen Sie Ihr eigenes Urteil", antwortete er. "Ich werde kein einziges Wort dazu sagen."

An Bord des päpstlichen Fliegers auf dem Weg von Dublin nach Rom am 26. August fuhr Franziskus fort, er glaube an die "journalistische Fähigkeit, eigene Schlüsse zu ziehen", und nannte dies einen "Akt des Glaubens".

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