Papst Franziskus: "Lasst uns nicht müde werden, den auferstandenen Christus zu suchen"

Papst Franziskus bei der Übertragung des Regina Coeli am Ostermontag, 5. April 2021.
Foto: Vatican Media

Papst Franziskus hat am Montag gesagt, dass Christen nie müde werden sollten, den auferstandenen Christus zu suchen.

In seiner Rede vor der Rezitation des Regina Coeli am 5. April bemerkte der Papst, dass der Ostermontag in Italien als Lunedì dell'Angelo, oder Montag des Engels, bekannt ist.

Unter Bezugnahme auf die Evangeliumslesung (Matthäus 28,1-15), in der Maria Magdalena und die andere Maria auf der Suche nach Jesus am leeren Grab einem Engel begegneten, bemerkte er, dass der Engel die Frauen mit den Worten "Fürchtet Euch nicht" begrüßte.

"Aus den Worten des Engels können wir eine wertvolle Lehre ziehen: wir sollen nicht müde werden, den auferstandenen Christus zu suchen, der denen, die ihm begegnen, Leben in Fülle schenkt", sagte er.

Der Papst hielt seine Ansprache in der Bibliothek des Apostolischen Palastes aufgrund der Einschränkungen durch das Coronavirus. Italien hat am Samstag einen dreitägigen landesweiten Lockdown verhängt. Der Ostermontag – in Italien auch als "La Pasquetta" oder "Kleines Ostern" bekannt – markierte den letzten Tag der Abriegelung, von der sich die Behörden erhoffen, dass sie dazu beiträgt, eine dritte Welle des Virus zu reduzieren.

Unter dem Gemälde der Auferstehung von Pietro Perugino stehend, erinnerte Papst Franziskus an die nächsten Worte des Engels an die Frauen: "Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat."

Der Papst wies darauf hin, dass es im Bericht des Matthäus ein "großes Erdbeben" gab, als der Engel den Stein am Eingang des Grabes Jesu zurückrollte und sich darauf setzte.

"Der große Stein, der das Siegel des Sieges über das Böse und den Tod hätte sein sollen, wurde unter die Füße gelegt, und wurde zum Schemel des Engels des Herrn. Alle Pläne und Verteidigungen von Jesu Feinden und Verfolgern waren vergeblich. Die Siegel sind alle abgefallen", sagte der Pontifex am 5. April 2021.

"Das Bild des Engels, der auf dem Stein des Grabes sitzt, ist die konkrete Darstellung, die visuelle Darstellung des Sieges Gottes über das Böse, die Darstellung des Sieges Christi über den Fürsten dieser Welt, die Manifestation des Sieges des Lichtes über die Finsternis".

Keine körperliche Einwirkung, sondern das Eingreifen des Herrn habe das Grab geöffnet, so der Papst. Franziskus kontrastierte die angsterfüllte Reaktion der Wächter mit der der Frauen am Grab.

"Christus zu finden, bedeutet, den Frieden in unseren Herzen zu entdecken. Dieselben Frauen des Evangeliums erleben, nachdem sie zunächst erschüttert waren - das ist verständlich -, große Freude, als sie den Meister lebendig entdecken."

Eine Kommunionantiphon zitierend, fuhr er fort: "In dieser Osterzeit ist es mein Wunsch, dass alle die gleiche geistliche Erfahrung machen und in unseren Herzen, in unseren Häusern und in unseren Familien die frohe Osterverkündigung aufnehmen: 'Christus ist auferstanden und stirbt nicht mehr; der Tod hat keine Herrschaft mehr über ihn.'"

"Die Osterverkündigung ist dies: Christus ist lebendig, Christus begleitet mein Leben, Christus ist an meiner Seite. Christus klopft an die Tür meines Herzens, damit man ihn einlässt, Christus lebt. In diesen Tagen des Osterfestes wäre es gut, wenn wir das wiederholen: der Herr lebt."

Der Pontifex erinnerte daran, dass nun, in der Osterzeit, das Regina Coeli gebetet wird

Nach dessen Gebet grüßte der Papst die Zuschauer im Fernsehen und im Live-Stream.

"Ich denke besonders an die alten Menschen, an die Kranken, die von ihren eigenen Häusern oder Altenheimen aus verbunden sind. An sie sende ich ein Wort der Ermutigung und der Anerkennung ihres Zeugnisses: Ich bin ihnen nahe", sagte er.

Zum Abschluss seiner Ansprache sagte der Papst, er hoffe, dass alle diese Osteroktav im Glauben leben werden.

"Nehmt jede Gelegenheit wahr, um die Freude und den Frieden des auferstandenen Herrn zu bezeugen", forderte er auf – ein Anliegen, das er auch und gerade den Katholiken in Deutschland persönlich ans Herz gelegt hat.

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