Papst Franziskus spricht über Schwiegermütter und seine Kniebeschwerden

Papst Franziskus begrüßt die Gläubigen auf dem Petersplatz. Hier bei der Generalaudienz am 27. April 2022.
Foto: CNA Deutsch / Daniel Ibanez
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Bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom hat Papst Franziskus über das Buch Rut gesprochen und dabei die wichtige Rolle der Schwiegermutter betont. In seiner wöchtenlichen Katechesereihe über das Altern betonte der Pontifex erneut, dass die ältere und die jüngere Generation sich gegenseitig unterstützen müssen.

Am Ende der Generalaudienz sprach Franziskus auch über seine Kniebeschwerden.

Über Schwiegertöchter und Schwiegermütter

Hinsichtlich der Beziehungen zwischen Schwiegermüttern und ihren Schwiegertöchtern gebe es viele "Klischees", so der Papst. Der Glauben könne jedoch "einen Horizont des Zeugnisses eröffnen, der sich gegen die gängigsten Vorurteile richtet".

Franziskus rief die Gläubigen dazu auf, das Buch Rut neu zu entdecken. Das Buch enthalte eine "wertvolle Lektion über das Bündnis der Generationen". Der Papst wörtlich:

"Wo die Jugend sich als fähig erweist, dem reifen Alter den Enthusiasmus zurückzugeben, erweist sich das Alter als fähig, der verwundeten Jugend die Zukunft wieder zu eröffnen."

Die ältere Noemi sei zwar gerührt von der Zuneigung ihrer Schwiegertöchter, dennoch ermutigt sie die verwitweten, jungen Frauen zu ihren Familien zurückzukehren und ihr Leben neu aufzubauen. "Dies scheint bereits ein Akt der Liebe zu sein: Die alte Frau, die weder Mann noch Kinder hat, besteht darauf, dass ihre Schwiegertöchter sie im Stich lassen", so Franziskus, "es ist aber auch eine Art Resignation: Für Witwen aus dem Ausland, die dem Schutz ihrer Ehemänner entzogen sind, gibt es keine Zukunft. Ruth lehnt dieses großzügige Angebot ab. Das Band, das geknüpft wurde, ist von Gott gesegnet: Noemi kann nicht verlangen, verlassen zu werden."

Pessimismus des Alters überwinden

Manchmal zeige das Alter eine Tendenz zum Pessimismus, sagte der Papst, "und die junge Generation tut gut daran, dem liebevoll, aber bestimmt entgegenzuwirken". 

Der Pontifex fuhr fort, dass Ruts Engagement Noemi letztlich dazu bewegt habe, ihren Pessimismus überwinden und Rut sogar dazu zu ermutigen, erneut zu heiraten. Wörtlich:

"Die Schwiegermutter überwindet ihre Eifersucht auf den eigenen Sohn, indem sie Ruts neue Verbindung liebt; die Frauen Israels überwinden ihr Misstrauen gegenüber dem Fremden – und wenn die Frauen es tun, werden es alle tun; die Verletzlichkeit des alleinstehenden Mädchens, das der Macht des Mannes gegenübersteht, wird durch eine Verbindung voller Liebe und Respekt versöhnt. (...) Wenn die jungen Menschen sich der Dankbarkeit für das, was sie erhalten haben, öffnen und die alten Menschen die Initiative ergreifen, um ihre Zukunft neu zu gestalten, kann nichts das Aufblühen des Segens Gottes unter den Völkern aufhalten!"

Erinnerung an Johannes Paul II. und Entschuldigung für Kniebeschwerden

Bei der heutigen Generalaudienz erinnerte Papst Franziskus auch an den achten Jahrestag der Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II., der die Gläubigen dazu ermutigen möge, "treue Zeugen Christi in der Welt in der Familie und am Arbeitsplatz zu sein".

Der polnische Pontifex wurde am 27. April 2014 gemeinsam mit Papst Johannes XIII. von Papst Franziskus heiliggesprochen.

Bevor Franziskus die Generalaudienz beendete, wandte er sich noch einmal an die Gläubigen und sprach über seine Knieprobleme:

"Ich möchte noch eines sagen: Ich bitte euch um Vergebung dafür, dass ich mich im Sitzen von Euch verabschieden werde, weil das Knie einfach nicht heilen will. Ich kann einfach nicht lange stehen, entschuldigt bitte!"

Wie CNA Deutsch berichtete, hatte der Pontifex gestern wiederholt seine Termine aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden absagen müssen.

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