Chef der Päpstlichen Akademie für das Leben verteidigt Legalisierung von Abtreibung

Monsignore Vincenzo Paglia, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben
Foto: Daniel Ibáñez/ACI Prensa

Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, hat das Gesetz, das die Abtreibung in Italien legalisiert, als "Säule unseres gesellschaftlichen Lebens" bezeichnet.

"Ich denke, dass das Gesetz 194 jetzt eine Säule unseres gesellschaftlichen Lebens ist", so Paglia wörtlich während der Fernsehsendung "Agorà" des italienischen Senders Rai 3.

Im Anschluss an diese Erklärung und ohne den Begriff "Abtreibung" explizit zu erwähnen, betonte der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, dass "ein Teil darin nicht behandelt wird, und das ist das Recht auf Mutterschaft, unser Land angesichts des Dramas eines Ungleichgewichts der Generationen wachsen zu sehen."

Nach diesen Aussagen, die am Freitag im Fernsehen ausgestrahlt wurden, veröffentlichte die italienische Vereinigung ProVida & Famiglia (Für das Leben und die Familie) eine von ihrem Sprecher Jacopo Coghe unterzeichnete Erklärung, in der dieser sein "Befremden" über die Worte des Erzbischofs zum Ausdruck brachte.

"Die rechte Absicht, eine offene, säkulare und gemeinsame Debatte über Abtreibung und Geburtenrate zu fördern und die Anwendung des Gesetzes 194 auch für den Bereich der Prävention und des sozialen Schutzes von Mutterschaft zu fordern, kann nicht so weit gehen, die dem Gesetz 194 innewohnende Ungerechtigkeit zu leugnen", heißt es zu Beginn des Dokuments.

Jacopo Coghe erklärte, dass "wir deshalb erstaunt waren über die gestern live auf RAI gesprochenen Worte des Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, wonach das Gesetz 194 zur Abtreibung 'eine Säule unseres gesellschaftlichen Lebens sei'".

"Wir verstehen nicht, wie ein Gesetz, das wehrlose und unschuldige Menschenleben tötet, eine 'Säule' der Gesellschaft sein kann", versicherte er mit Nachdruck. "Gerade aus diesem Grund möchten wir Papst Franziskus erneut unsere Dankbarkeit ausdrücken, der mit klaren und unmissverständlichen Worten stets die Vereinbarkeit zwischen einem Abtreibungsgesetz, das er mit der Arbeit eines Auftragsmörders verglich, und einer Gesellschaft, die sich zum Frieden und zur Gerechtigkeit hin orientiert, ausgeschlossen hatte."

Am Ende erinnerte der Sprecher der italienischen Lebensschutz-Vereinigung daran, dass "der Papst selbst die Abtreibung wiederholt als 'ein Verbrechen, ein absolutes Übel' definiert hat".

Das Gesetz 194 legalisierte 1978 die Abtreibung in Italien. Mit dieser Regelung kann eine Abtreibung mit jeglicher Begründung während der ersten 90 Tage der Schwangerschaft durchgeführt werden. Nach diesem Zeitpunkt kann aus bestimmten Gründen mit ärztlicher Verordnung ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden.