Schweizer Bischöfe veröffentlichen Bericht für Weltsynode

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Die Schweizer Bischofskonferenz hat am Montag ihren Bericht für die Weltsynode zur Synodalität veröffentlicht, die 2021 ihren Auftakt nahm und im Oktober 2023 mit einer Generalversammlung der Bischofssynode abschließen soll.

"Die Synodale Versammlung Schweiz, die am 30. Mai 2022 in der Abtei Einsiedeln (SZ) stattfand, hat den Bericht auf der Grundlage von Anmerkungen und Anpassungswünschen fertiggestellt", erläuterte die Bischofskonferenz. "Diese Versammlung hatte die Aufgabe, die aus der diözesanen Phase der Synode hervorgegangenen Berichte zu einem nationalen Gesamtbericht zusammenzufassen."

"In der Schweiz haben die Debatten und die synodalen Fragebögen das Bewusstsein für die Bedeutung der Taufe für das Leben der Kirche gestärkt", hieß es in einer Mitteilung. "Es wurde betont, dass eine synodale Kirche zunehmend 'die königliche, priesterliche und prophetische Würde und Berufung' der Getauften anerkennt."

Zwei Punkte wurden besonders hervorgehoben, nämlich "die Überwindung der Erfahrung, dass viele Menschen von der vollen Teilhabe am Leben der Kirche ausgeschlossen sind", sowie eine kritische Auseinandersetzung "mit dem teilweise noch vorhandenen Klerikalismus". Dabei werde betont, dass Synodalität nur gelingen könne, "wenn der Klerikalismus überwunden wird und sich zunehmend ein Verständnis des Priesteramtes als ein Element entwickelt, das das Leben einer stärker synodal ausgerichteten Kirche fördert".

Im Zusammenhang mit dem Thema Klerikalismus heißt es im elfseitigen Bericht etwa: "Die Kritik an der Ausübung von Macht durch Amtsträger entzündet sich an der Beobachtung klerikaler Mentalität, am Machtmissbrauch, an der Unkenntnis der Lebensrealitäten und der Kultur in der Schweiz, an der Abwertung von Frauen und der Zurückweisung von Menschen aus dem LGBTIAQ*-Spektrum, am Rückzug in individuelle Identitätsvorstellungen vom Priestersein, an mangelnder Aufmerksamkeit für die Menschen, am Desinteresse für die Armen usw."

In einem Abschnitt führt der Bericht auch Minderheitsvoten an. Diese zielen besonders darauf ab, "die Notwendigkeit einer synodalen Kultur für die katholische Kirche in Frage zu stellen, die Rolle der Priester und die heutige hierarchische Gestalt der Kirche nicht zu verändern, den Einfluss von Laien und Laiinnen in der Kirche zu begrenzen und die traditionellen Formen der Liturgie, insbesondere die 'ausserordentliche Form', stärker zu bewahren und zu fördern".

Über die Anzahl der Teilnehmer an den Umfragen, die Teil des weltweiten synodalen Prozesses sein sollten, sagt der Bericht nichts. In Deutschland hatte die "Anzahl der Gläubigen, die sich in den Diözesen an der Befragung zur Weltbischofssynode beteiligt haben", nur "im untersten einstelligen Prozentbereich" gelegen.

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