"In Migrationsfrage haben wir ähnliche Position": Sebastian Kurz bei Papst Franziskus

Papst Franziskus und Bundeskanzler Sebastian Kurz im Vatikan am 5. März 2018
Foto: CNA / Elise Harris
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Die Christenverfolgung, Europas andauernde Migrationskrise und atomare Abrüstung waren unter anderem zentrale Themen: Papst Franziskus hat am heutigen Montag im Apostolischen Palast den österreichischen Bundeskanzler empfangen.

Zum Thema Flucht und Einwanderung, so Sebastian Kurz, habe der Papst "eine ähnliche Position, nämlich dass es notwendig ist, die Hilfe vor Ort auszubauen, Menschen zu unterstützen, die in anderen Teilen der Welt unter schlechten Lebensbedingungen leben müssen. Gleichzeitig hat der Heilige Vater schon mehrfach auch medial gesagt, dass Staaten nur so viele Menschen aufnehmen sollen, wie sie auch integrieren können. Österreich hat deutlich mehr Menschen aufgenommen als fast alle anderen Staaten in der Europäischen Union, außer Schweden, aber wir können keine unbeschränkte Aufnahme in Mitteleuropa fortsetzen, weil das unsere Systeme gefährdet und nicht ein nachhaltiger Weg der Hilfe ist", so Bundeskanzler Kurz, – der den Papst auch zum bevorstehenden 200. Jahrestag der Entstehung des weltberühmten Weihnachtsliedes "Stille Nacht, heilige Nacht" nach Salzburg einlud.

Gegenüber "Vatican News" sagte der österreichische Regierungschef: 

"Wir haben vor allem über die Europäische Union gesprochen, aber auch darüber, wie wir als Europäische Union und in anderen Teilen der Welt einen positiven Beitrag leisten können. Wir haben über den Kampf gegen Christenverfolgung gesprochen, wir haben uns darüber unterhalten, wie wir gegen den Klimawandel angehen können und was wir tun können, um ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Abrüstung und einer Welt ohne Atomwaffen zu schaffen."

Im Gegensatz zu anderen Politikern, die ihren Vatikan-Besuch gerne mit italienischen Terminen verknüpfen, war Österreichs Regierungschef ausschließlich zum Heiligen Stuhl gereist. Für den katholischen Kanzler stand die persönliche Begegnung mit dem Pontifex mit im Vordergrund: Es sei für ihn "als gläubiger Mensch eine große Ehre, dem Heiligen Vater in einem persönlichen Gespräch zu begegnen", so Kurz bereits vor der Audienz.

Diese Aussage steht in scharfem Kontrast zu der des österreichischen Bundespräsidenten, Alexander van der Bellen, der nach seinem Besuch im November mitteilte, er schätze den Papst als "Repräsentanten einer ethisch und humanistisch orientierten Organisation".  

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