Seligsprechung von Schwester Paschalis Jahn und neun Gefährtinnen

Schwester Maria Paschalis (Magdalena) Jahn
Foto: Mit freundlicher Genehmigung
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Papst Franziskus hat am 19. Juni 2021 autorisiert, das Dekret angesichts des Martyriums der Dienerinnen Gottes Maria Paschalis (Magdalena) Jahn und neun weiterer Gefährtinnen, Professschwestern der Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth (Graue Schwestern), getötet aus Glaubenshass im Jahre 1945, zu promulgieren. 

Magdalena Jahn wurde 1916 in Neisse/Nysa in Oberschlesien geboren, wo sie auch die Volksschule besuchte (Anlage 1). Da der Vater aus wirtschaftlichen Gründen 1926 nach Herne in Westfalen (Erzbistum Paderborn) zog, siedelte die Familie nach Herne. Magdalena zog später nach und schloss sich in der Pfarre St. Bonifatius in Herne der  Jungfrauen-Kongregation an. Gleichzeitig arbeitete sie in den Jahren 1934 bis 1935 als Hausgehilfin im katholischen Gesellenhaus (der Kolpingsfamilie) in Wuppertal-Barmen (Erzbistum Köln), das von Ordensschwestern geleitet war.

Nach Neisse zurückgekehrt, trat sie im Alter von 21 Jahren der Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth bei. Sie legte 1939 die erste Profess ab. Ihrer Oberin folgend, floh Sr. Paschalis beim Anmarsch der russischen Truppen aus dem Kloster in Neisse und kam nach Zöptau im Kreis Mährisch-Schönberg (heute Tschechische Republik). Dort wurde sie von einem russischen Soldaten sexuell bedrängt; er ordnete an, ihm zu folgen. Als sie sich  ihm widersetzte, wurde sie von dem russischen Soldaten erschossen.

Das Erzbistum Breslau/Wroclaw hat 2011 das Seligsprechungsverfahren für alle zehn Schwestern eingeleitet. Ihre Biogramme befinden sich im deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts im Kapitel Reinheitsmartyrien; das zweibändige Werk liegt seit 2019 in siebter, überarbeiteter und aktualisierter Auflage vor. 

Voraussichtlich wird die Seligsprechung in Breslau/Wroclaw unter dem Vorsitz des Präfekten der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen, Marcello Kardinal Semeraro, stattfinden.

Mit dem neuen Dekret am 21. Juni erkannte Papst Franziskus auch ein Wunder an, das dem Ehrwürdigen Diener Gottes Johann Philipp Jeningen, einem Jesuitenpater aus dem 17. Jahrhundert, zugeschrieben wird, und ebnete damit den Weg für seine Seligsprechung.

Der im bayerischen Eichstätt geborene Pater Jeningen war bekannt für seine Heiligkeit, seine Askese und seine missionarischen Bemühungen. Er träumte davon, als Missionar auf den Spuren seines Helden Franz Xaver nach Indien geschickt zu werden, wurde aber stattdessen dazu berufen, in Ellwangen ein Marienheiligtum, Unsere Liebe Frau von Schönenberg, zu errichten, das viele Pilger anlockte.

 

Zeugen für Christus: Das von Prälat Dr. Moll im Auftrag der deutschen Bischofskonferenz herausgegebene Martyrologium des 20. Jahrhunderts ist in seiner siebten Auflage im Verlag Ferdinand Schöningh erschienen. Die beiden Bände zählen 1828 Seiten. 

 

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