Synodaler Weg: Scharfe Kritik von Bischof Voderholzer zu Forum "Frauen und Ämter"

Regensburger Oberhirte sieht Argumentationsstil ohne theologisches Niveau und ein Vorgehen entgegen der Vereinbarungen

Bischof Rudolf Voderholzer predigt im Dom zu Regensburg am 11. Juni 2020.
Foto: Bistum Regensburg

In einem Offenen Brief hat Bischof Rudolf Voderholzer scharfe Kritik am theologischen Niveau und Vorgehen im Forum zum Thema "Frauen und Ämter" des "Synodalen Wegs" geübt.

Der Textentwurf der Arbeitsgruppe "Partizipation von Frauen in Leitungsdiensten unter den gegenwärtigen Bedingungen des Kirchenrechts" lasse stellenweise "jedes theologische Niveau vermissen", stellt der langjährige Professor für Dogmatik und Bischof fest.

"Dass die Sakramente der Zeit der nachösterlichen Kirche zugehören, wird verschleiert. Dass es in der Theologie aber eine sehr differenzierte Reflexion auf die Frage der Einsetzung der Sakramente gibt, wird ignoriert", moniert Voderholzer.

Weitere Kritik und Protest, bis hin zum Vorwurf des Bruchs "der vereinbarten Vorgehensweise", übt der Bischof von Regensburg in seinem Schreiben: "Nachdem aus 'zeitlichen Gründen' die vereinbarte erneute Abstimmungsrunde nach der Einarbeitung der Änderungen durch die Redaktionsgruppe ausfiel, hatte ich (...) keinerlei Möglichkeit, mich zu diesem Textteil zu verhalten. Ich protestiere gegen dieses Vorgehen!"

Voderholzer stellt in seinem Brief an seine Mitbrüder und das Präsidium des "Synodalen Weges" die Frage, ob mit dem Text "versucht wird, mit einer einseitig verfälschten Bibeltheologie die Teilnehmer der Regionalkonferenzen in eine bestimmte Richtung zu lenken".

"Ich muss zugeben, dass mich ein solches Verhalten sehr enttäuschen und ratlos machen würde. Welcher Geist würde hier dahinter stecken? Wollen wir nicht alle 'Mitarbeiter der Wahrheit' (3 Joh 8) sein, besonders in den Beratungen des Synodalen Weges?"

CNA Deutsch hat das Schreiben im Wortlaut dokumentiert

Am 4. September soll die mit großem finanziellen und logistischen Aufwand betriebene Debatten-Veranstaltung "Synodaler Weg" nach einer längeren Coronavirus-Pause weitergehen.

Die als "Reformprozess" bezeichnete Veranstaltung der deutschen Bischofskonferenz und des "Zentralkomitees deutscher Katholiken" will zwei Jahre lang über Macht, PriestertumRolle der Frau in der Kirche und Sexualmoral der Weltkirche reden und dann über unverbindliche Beschlüsse abstimmen. Nach mehreren Interventionen des Vatikans sind diese von Kardinal Reinhard Marx ursprünglich als "verbindlich" bezeichneten Abstimmungen rechtlich wirkungslos

Infolge der kritischen Interventionen des Vatikans mussten die deutschen Organisatoren die Debatten-Veranstaltung mehrfach nachbessern. Trotz eines historischen Schreibens von Papst Franziskus und Zwischenrufen von Bischöfen und Laien behandelt derzeit keines der Foren des "Synodalen Weges" die Neuevangelisierung.

Führende Theologen, aber auch deutsche Bischöfe haben zudem weitere, massive Bedenken an dem Prozess angemeldet – bis hin zu dessen Grundlage: Eine unter medizinischen Experten stark umstrittene Studie steht selbst in Kritik.

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