Transgender im Priesterseminar? US-Bischof schlägt DNA-Tests vor

Erzbischof Jerome Listecki von Milwaukee (USA)
Foto: Erzbistum Milwaukee

Die Bischöfe in den USA sollten in Erwägung ziehen, DNA-Tests oder körperliche Untersuchungen zu verlangen, um sicherzustellen, dass alle Seminaristen biologisch Männer sind: Das hat Erzbischof Jerome Listecki von Milwaukee in einem kürzlich an die Mitglieder der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten (USCCB) gesandten Memo vorgeschlagen.

"Kürzlich wurde der Ausschuss für kirchliche Angelegenheiten und Kirchenführung auf Fälle aufmerksam gemacht, in denen entdeckt wurde, dass eine Frau, die mit einer transsexuellen Identität lebt, unwissentlich in das Priesterseminar oder in ein Ausbildungshaus eines Instituts des geweihten Lebens aufgenommen wurde", heißt es in dem Memo.

Erzbischof Listecki ist der Vorsitzende des Ausschusses für kirchliche Angelegenheiten der USCCB.

In einem Fall, so Listecki, seien Unterlagen "in betrügerischer Weise" beschafft worden, um eine neue Identität anzugeben.

"In allen Fällen war in den medizinischen oder psychologischen Berichten dieser Personen nichts über frühere Behandlungen oder einschlägige Operationen zu finden", so der Erzbischof weiter.

Keiner der biologisch weiblichen Seminaristen habe bislang eine heilige Weihe erhalten, schreibt Listecki.

Aus der Mitteilung des Erzbischofs geht nicht hervor, welche Seminare oder Ausbildungshäuser eine biologische Frau aufgenommen haben, die sich als Mann ausgegeben hat, und es wurde auch nicht geklärt, ob diese "Fälle" in den Vereinigten Staaten oder anderswo aufgetreten sind. Rocco Palmo, der den Blog Whispers in the Loggia schreibt, berichtete zuerst am 23. September über Twitter darüber.

Während ein katholischer Taufschein in den USA normalerweise nicht das Geschlecht der getauften Person angibt, haben andere christliche Konfessionen Menschen, die sich als Transgender identifizieren, eingeladen, ihr Taufversprechen unter ihrem neu gewählten Namen zu bekräftigen.

Der Erzbischof sagte, dass er "vom Komitee ermutigt" wurde, das Memo an seine Mitbischöfe zu schicken, damit diese "besondere Wachsamkeit ausüben können, da ein neues Ausbildungsjahr beginnt".

Listecki, ein promovierter Kirchenrechtler, merkte an, dass "das Kirchenrecht den Diözesanbischof verpflichtet, nur Männer in das Hauptseminar aufzunehmen und zu den heiligen Weihen zu befördern, die die erforderlichen physischen und psychologischen Qualitäten besitzen", und dass der Bischof sich "verschiedener Mittel bedienen kann, um in dieser Hinsicht moralische Gewissheit zu schaffen".

Das Memo fährt fort: "Einige Mitglieder des Komitees für kirchliche Angelegenheiten und Kirchenführung sagten, dass ein Bischof in Erwägung ziehen könnte, einen DNA-Test oder zumindest eine Bescheinigung eines medizinischen Experten seiner Wahl zu verlangen, um sicherzustellen, dass ein Bewerber männlich ist."

Die Bischofskonferenz lehnte es ab, den Inhalt des Memos zu kommentieren. Hier ist der volle Wortlaut des Memorandums im englischen Original:

Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur. 

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