Urbi et Orbi: Papst Franziskus betet für Frieden, segnet zu Ostern Stadt und Weltkreis

Papst Franziskus spendete am Ostersonntag, 4. April 2021, den Segen "Urbi et Orbi".
Foto: Vatican Media
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Am höchsten Fest der Christenheit hat Papst Franziskus für Frieden gebetet und Kriege in Zeiten der Pandemie als "skandalös" verurteilt. Außerdem rief er zur schnelleren Verteilung von Impfstoffen in aller Welt gegen den Coronavirus auf – vor allem für arme Menschen. 

"Der Herr lenke das Handeln der Behörden, damit allen, besonders den bedürftigsten Familien, die notwendigen Hilfen für einen angemessenen Lebensunterhalt angeboten werden", betete der Pontifex in seiner Ansprache am Ostersonntag, 4. April 2021.

Die Feier selbst war vom Coronavirus geprägt, insofern nur eine kleine Zahl Gläubiger bei der Feier zugegen war, die zudem an einem zweitrangigen Altar des Petersdom zelebriert wurde. 

Statt zu den bis zu 100.000 Menschen, die sonst auf dem Petersplatz den Segen der Stadt und des Weltkreises erwarteten, sprach Franziskus vor nicht einmal 200 Kirchgängern, auch wenn seine Botschaft medial die ganze Welt an diesem 4. April erreichte: Wie es gute Tradition ist, bete der Papst dabei mit Blick auf Krisenherde und aktuelle Probleme in der Welt für Frieden und Versöhnung.

Auf dem leergefegten Petersplatz nickten sich derweil Polizisten zu, die den dreitägigen Lockdown der Ewigen Stadt kontrollieren helfen. 

Sein umstrittenes Schweigen zu China brach Franziskus auch am heutigen Sonntag nicht: Kein Wort sagte der Papst zur "Sinisierung" der Christen und deren systematische Verfolgung und Gleichschaltung durch die Kommunistische Partei in China, der Lage der Uiguren und der – oft katholischen – Aktivisten für Demokratie in Hong Kong. Namentlich nannte der Papst dafür Burma, Syrien und Haiti, die Ostukraine und Bergkarabach. Außerdem warf er einen besorgten Blick auf die Konflikte in in Afrika, darunter Mosambik, wo Islamisten in der Provinz Cabo Delgado ebenso wie in Nigeria und vielen anderen Ländern Christen terrorisieren und töten.

Als Gegenentwurf zur Gewalt rief Franziskus zum Frieden auf: "An diesem Festtag kehre ich in Gedanken zum Irak zurück, den ich im vergangenen Monat besuchen durfte. Ich bete darum, dass er den eingeschlagenen Weg des Friedens fortsetzen kann, damit Gottes Traum von einer Menschheitsfamilie, die gegenüber allen ihren Kinder gastfreundlich und aufnahmebereit ist, Wirklichkeit wird".

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Papst Franziskus verurteilte alle Form organisierter Gewalt am heutigen Ostersonntag. "Es gibt immer noch zu viele Kriege und zu viel Gewalt auf der Welt! Der Herr, der unser Friede ist, helfe uns, die Mentalität des Krieges zu überwinden. Er schenke es, dass alle Gefangenen der Konflikte (...) gesund und heil zu ihren Familien zurückkehren können, und er rege die Regierenden in aller Welt dazu an, den neuen Rüstungswettlauf einzudämmen". 

Ostern ist jedoch auch und gerade einfach eine Zeit der Freude, erklärte und betonte Papst Franziskus: "Inmitten der vielfältigen Schwierigkeiten, die wir durchmachen, wollen wir nie vergessen, dass wir durch die Wunden Christi geheilt sind (vgl. 1 Petr 2,24). Im Licht des Auferstandenen werden unsere Leiden verklärt. Wo Tod war, ist jetzt Leben; wo Trauer war, ist jetzt Trost".

Auch die Auflagen der Coronavirus-Krise könnten dies nicht ändern – so der Papst – wenn "auch in diesem Jahr vielerorts Christen das Osterfest unter großen Einschränkungen gefeiert [haben], mitunter sogar ohne die Möglichkeit, an den liturgischen Feiern teilzunehmen".

"Beten wir, dass diese Einschränkungen, wie alle Einschränkungen der Kult- und Religionsfreiheit in der Welt, beseitigt werden können und dass es jedem gestattet ist, frei zu beten und Gott zu loben."

"Dadurch, dass er das Kreuz auf sich nahm, hat Jesus unseren Leiden einen Sinn gegeben, und nun wollen wir beten, dass sich die segensreichen Wirkungen dieser Heilung in aller Welt ausbreiten. Frohe, gesegnete und heilige Ostern!"  

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