Was halten praktizierende Katholiken in den USA von der kommenden Präsidentschaftswahl?

US-Präsident Donald Trump
Foto: Alexandros Michailidis / Shutterstock

Praktizierende Katholiken, die von sich selber sagen, dass sie auch die Lehre der Kirche annehmen und an deren Gebote halten, sind eher geneigt, für Donald Trump bei der nächsten Wahl des US-Präsidenten zu wählen.

Das berichtet die Catholic News Agency (CNA) in Bezug auf eine Umfrage, die von "RealClear Opinion Research" in Zusammenarbeit mit EWTN News am 15. und 21. November durchgeführt wurde.

Für die Studie wurden 2.055 gemeldete Wähler befragt – von denen 1.223 sich selbst als katholisch identifizieren.

CNA analysierte die Antworten von Katholiken, die den Forschern sagten, dass sie die Lehren der Kirche annehmen und versuchen, ihr Leben nach diesen auszurichten.

Achtundfünfzig Prozent der Katholiken, die sagen, dass sie alle kirchlichen Lehren annehmen, sagten auch, dass sie im Jahr 2020 "sicher sind, für Donald Trump zu stimmen", verglichen mit 34% aller Katholiken und 32% der Befragten insgesamt, die die gleiche Antwort gaben.

Praktizierende Katholiken müssen nicht unbedingt Unterstützer der Politik von Donald Trump sein. Der Grund, warum sie eher geneigt sind, bei der nächsten Wahl für ihn zu stimmen, könnte primär sein, dass sie die Alternative vermeiden wollen: Praktizierenden Katholiken bevorzugten Trump im Vergleich zu Joe Biden um 18 Prozentpunkte, gegenüber Elizabeth Warren und Bernie Sanders um 25 Prozentpunkte und gegenüber Pete Buttigieg um 26 Prozentpunkte, so die Studie.

Wichtige Themen der kommenden Wahl in den USA für Katholiken, die sich selbst als praktizierend bezeichnen: Religionsfreiheit (77% aller Befragten) und Einwanderung (65%).

Weitere Wahlkampfthemen, die der Wählergruppe der praktizierenden Katholiken am Herz liegt: Der Klimaschutz (56%) und der Umweltschutz (35%) – doch wirklich "entscheidend" sind Waffengesetze und Spätabtreibung, insofern hier die Haltung der politischen Konkurrenten Trumps diese für viele praktizierende Katholiken "unwählbar" macht.

Gleichzeitig gab die Wählergruppe der praktizierende Katholiken weniger häufig an, besorgt über die nationale Sicherheit, die Außenpolitik, die Steuern und die chinesische Handelspolitik zu sein. 

Ähnlich wie andere Befragte bewertenp praktizierende Katholiken weitere Themen, etwa die hohen Studienkosten in den USA, die Einkommensverteilung sowie die Situation der Strafjustiz.

Wer ist "praktizierender Katholik"?

Neben der Frage nach politischen Standpunkten und Prioritäten fragten die Forscher nach religiösen Überzeugungen und Verhalten. Die Umfrage wollte von Katholiken wissen, ob der eigene Glaube eine Rolle in ihrem Leben spielt und ob sie sich an alle, die meisten oder nur einige der kirchlichen Gebote halten.

Während es leicht ist, die Antworten der befragten Katholiken von anderen Wählern zu unterscheiden, ist es schwieriger, Katholiken zu kategorisieren – etwa als "praktizierend" oder "rechtgläubig / orthodox".

Fast 4 von 10 Katholiken gaben an, dass sie mindestens einmal pro Woche an der heiligen Messe teilnehmen, und eine ähnliche Zahl nimmt nur einige Male pro Jahr an der Messe teil. Etwa ein Viertel der Katholiken besucht die Messe einmal im Jahr oder weniger.

Siebzehn Prozent der Katholiken sagten von sich selbst, dass sie alle Lehren der Kirche annehmen. Aber nur 64% dieser Katholiken gaben an, mindestens einmal pro Woche zur Messe zu gehen. Gleichzeitig sagten viele Katholiken, die sagten, dass sie wöchentlich an der Messe teilnehmen, dass sie nicht alle Lehren der Kirche annehmen.

Der komplette Datensatz der Studie kann unter diesem Link geladen werden.

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