"Wir müssen diese Mentalität überwinden, in der es ein Unglück ist, ein Kind zu haben"

Spanischer Bischof warnt vor verheerenden Folgen einer vergnügungsorientierten Kultur – "Die wichtigste Aufgabe, die ein Mensch heute in Gesellschaft übernehmen kann ist: die kommende Generation auf die Welt zu bringen und für sie zu sorgen" – Klare Absag

"Oft wollen junge Eheleute Kinder bekommen, aber aufgrund der Arbeitsbedingungen und der sozialen Bedingungen ist es sehr schwer, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen."
Foto: Pixabay / Gemeinfrei

Stirbt Europa, weil es keinen Wechsel der Generation gibt? Papst Franziskus hat davor gewarnt. Nun hat Bischof Demetrio Fernández von Cordoba nachgelegt. Er sagte, dass man im Westen in  einer "Vergnügungskultur" lebe – mit schlimmen Konsequenzen.

Konkret stellte der Bischof eine Betrachtung über die geringe Kinderzahl an, die einen Generationenwechsel in Europa verhindere.

"Die Menschen heiraten nicht mehr, das hat Folgen für Ökonomie und Ökologie, denn die menschliche Ökologie geht davon aus, dass die Spezies fortbesteht."

"Mir scheint, dass wir in einer Welt leben, dem Westen, in der es eine Kultur des Vergnügens, des Wohlbefindens gibt und in dieser Art von Kultur sind Kinder lästig. Man vermeidet sie oder sie werden eliminiert. In Spanien haben wir jedes Jahr tausende Abtreibungen", so der Oberhirte.

"Ganz Europa stirbt alt. Wir müssen unser Herz weit öffnen für das Leben, dafür empfänglich sein. Oft wollen junge Eheleute Kinder bekommen, aber aufgrund der Arbeitsbedingungen und der sozialen Bedingungen ist es sehr schwer, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen."

Bischof Fernández betonte außerdem, "die wichtigste Aufgabe, die ein Mensch heute in Gesellschaft übernehmen kann ist: die kommende Generation auf die Welt zu bringen und für sie zu sorgen".

"Wir müssen diese Anti-Geburten-Mentalität überwinden, in der es ein Unglück ist, ein Kind zu haben und noch ein weiteres zu haben ein noch größeres Unglück. Wir brauchen eine Kultur, in der das Kind ein Segen Gottes ist."

Konflikt um die Kathedrale in Cordoba

Der Bischof sprach auch über die Situation der Kathedrale seiner Diözese (die als Mezquita-Catedral bekannt ist). Einige politische Parteien und weitere Gruppen wollen sie dem Islam zuführen, obwohl sie bereits seit mehr als acht Jahrhunderten im Besitz der katholischen Kirche ist.

"Das wird ständig Thema sein, denn sie werden nicht aufhören, von uns zu verlangen, dass wir sie ihnen geben. Das ist der Punkt."

"Momentan hat sich die Lage beruhigt, aber im Grunde handelt es sich um ein internationales Problem, nicht um ein Problem Cordobas. In unserer Stadt herrscht ein gutes Zusammenleben. Es ist das Aufeinanderprallen von christlicher und der islamischer Kultur und Zivilisation. Der Frieden in der Welt hängt davon ab, dass Christen und Muslime gut miteinander auskommen", sagte er.

Bischof Fernández ist der Meinung, dass sich das Problem "in einem Gebäude konzentriert, das für alle einzigartig und emblematisch ist, vor allem für die muslimische Welt, denn sie hat diese Moschee gebaut."

"Aber so wie sie diese Moschee gebaut haben, haben wir die Hagia Sophia gebaut, die Kirche des heiligen Johannes in Damaskus und andere. Die Geschichte geht oft weiter und eine andere Zivilisation kommt; diese Kirchen haben sich in etwas Anderes verwandelt. Unsere ist vor acht Jahrhunderten vom muslimischen Kult zum christlichen gekommen."

Übersetzt aus dem Spanischen von Susanne Finner.

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