Weltfamilientreffen in Rom zu Ende gegangen: Papst Franziskus fordert Entschlossenheit

Papst Franziskus grüßt vom Apostolischen Palast einige Pilger beim Angelus-Gebet
Foto: Vatican Media

Heute ist in Rom das X. Weltfamilientreffen zu Ende gegangen. Mit dem gemeinsamen Angelusgebet auf dem Petersplatz beendete Papst Franziskus die fünftägige Veranstaltung.

Der Papst rief seine Zuhörer dazu auf, sich in "fester Entschlossenheit", die nicht mit "Härte" verwechselt werden dürfe, für das Evangelium einzusetzen.

Er drückte in einer kurzen Ansprache auch seine Sorge für die Menschen in Ecuador aus, wo aufgrund der Ausschreitungen wegen der hohen Treibstoffpreise bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen sind. "Nur mit dem Dialog kann man sozialen Frieden finden", unterstrich Franziskus.

Dann erinnerte der Pontifex auch an Schwester Luisa Dell'Orto, einer Ordensfrau von den Kleinen Schwestern vom Evangelium des Charles de Foucauld, die in Port au Prince (Haiti) bei einem Raubüberfall getötet wurde, wo sie seit 2002 Straßenkindern half.

Papst: "Feste Entschlossenheit, doch keine Härte"

Zuvor war der Papst auf das Tagesevangelium eingegangen. Dieses handelte von der Unterhaltung Jesu mit seinen Jüngern, die ihn fragten, ob sie Feuer auf eine bestimmte Stadt niederfallen lassen sollen, nachdem Christus von den dortigen Einwohnern abgelehnt wurde. Jesus lehnte diesen Vorschlag nicht nur ab, sondern wies die Jünger auch zurecht. "Sie wollen ihn in ihre Rachegelüste hineinziehen, und er lässt sich nicht darauf ein", so der Papst, "das 'Feuer', das er auf die Erde bringen wollte, ist die barmherzige Liebe des Vaters."

Oft passiere es auch den Christen, dass sie, obwohl sie Gutes tun wollen, statt eines Willkommens eine verschlossene Tür vorfinden. Manche reagieren daraufhin mit Zorn, so Franziskus: "Wir versuchen sogar, Gott selbst einzuschalten und drohen mit himmlischen Strafen. Jesus hingegen geht einen anderen Weg, den der festen Entschlossenheit, die keineswegs mit Härte gleichzusetzen ist, sondern mit Ruhe, Geduld und Langmut, ohne dass wir auch nur im Geringsten in unserem Engagement für das Gute nachlassen."

Eine solche Reaktion sei ein Zeichen von einer großen inneren Stärke, betonte der Heilige Vater. Wörtlich sagte Franziskus:

"Und wo stehen wir? Wenden wir uns im Angesicht von Widerständen und Missverständnissen an den Herrn, bitten wir ihn um seine Standhaftigkeit, Gutes zu tun? Oder suchen wir die Bestätigung im Beifall und sind am Ende verbittert und nachtragend, wenn wir ihn nicht hören? Manchmal glauben wir, dass unser Eifer auf ein Gefühl der Gerechtigkeit für eine gute Sache zurückzuführen ist, aber in Wirklichkeit ist es meistens nichts anderes als Stolz, gepaart mit Schwäche, Anfälligkeit und Ungeduld. Bitten wir also Jesus um die Kraft, ihm gleich zu werden, ihm mit fester Entschlossenheit zu folgen. Nicht nachtragend und intolerant zu sein, wenn Schwierigkeiten auftreten, wenn wir uns für das Gute einsetzen und andere es nicht verstehen."

Das nächste Weltfamilientreffen findet erst 2028 statt

Das XI. Weltfamilientreffen wird im Jahr 2028 stattfinden. Das gab Kardinal Kevin Farrell am vorletzten Tag des X. Weltfamilientreffens gegen Ende der Heiligen Messe am gestrigen Samstagabend bekannt (CNA Deutsch hat berichtet).

Davor soll es im Jahr 2025 in Rom ein "Jubeljahr der Familien" geben, bei dem es – ähnlich wie beim Familientreffen – auch die Möglichkeit für Familien geben soll, den Papst zu treffen.

Weitere Informationen – wie auch das Logo dieses Jubeljahres – werden am kommenden Dienstagabend durch das Presseamt bekanntgegeben.

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