ZdK fordert „unmissverständliche Klarstellung“ von Bischöfen zum Thema „Diskriminierung“

Synodaler Weg
Foto: Synodaler Weg / Maximilian von Lachner

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (Zdk) hat am Montag die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) aufgefordert, „eine unmissverständliche Klarstellung“ vorzulegen, um „jede Form von Diskriminierung“ zu überwinden. Hintergrund ist die Tatsache, dass eine Minderheit der deutschen Bischöfe bei der vierten Synodalversammlung des Synodalen Wegs Anfang September die überlieferte kirchliche Lehre verteidigte und gegen einen pro-LGBT-Grundtext stimmte.

Sperrminorität von 21 Bischöfen

Der Grundtext war an einer Sperrminorität von 21 Bischöfen gescheitert. Laut Satzung des Synodalen Wegs müssen mindestens zwei Drittel aller Bischöfe für einen Text stimmen, damit dieser offiziell angenommen werden kann. Mehr als 60 Bischöfe nahmen an der Synodalversammlung teil (einige enthielten sich der Stimme).

Der 32-seitige Grundtext mit dem Titel „Leben in gelingenden Beziehungen – Grundlinien einer erneuerten Sexualethik“ hatte etwa gefordert: „Die Anerkennung der Gleichwertigkeit und Legitimität nicht-heterosexueller Orientierungen, deren Praktiken und Beziehung, sowie im Zusammenhang die Beseitigung von Diskriminierung, die auf sexueller Orientierung basiert, ist dringend geboten.“

Und mit Blick auf die Gender-Ideologie: „Die Selbstgewissheit über die eigene geschlechtliche Identität stellt bei allen Menschen eine unverzichtbare Grundlage für das persönliche Lebensglück dar. Als Kirche haben wir das individuelle Selbstverständnis der geschlechtlichen Identität jedes Menschen als unantastbaren Teil seiner je einzigartigen Gottesebenbildlichkeit (Jes 43,7) zu respektieren.“

24 Stunden später war die Sperrminorität allerdings bereits durchbrochen: Nur acht Bischöfe stimmten gegen einen Handlungstext, der gefordert hatte, den „Katechismus der Katholischen Kirche“ zu ändern und Homosexualität grundsätzlich positiv zu bewerten.

Erklärung des ZdK

„Das Präsidium des ZdK steht klar an der Seite der queeren Menschen, die sich im synodalen Weg und in der katholischen Kirche engagieren“, hieß es in der Erklärung des ZdK vom Montag. „Sie und mit ihnen viele andere hat das Abstimmungsverhalten der 21 Bischöfe verletzt, die bei der vierten Vollversammlung des Synodalen Weg gegen den Grundtext des Forums ‚Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft‘ gestimmt haben.“

Man sei „zutiefst davon überzeugt, dass die römisch-katholische Kirche kein Ort der Diskriminierung sein darf. Alle Menschen sind von Gott geschaffen und geliebt, in ihrer jeweiligen sexuellen Identität und sexuellen Orientierung. Dafür stand das ZdK schon vor Beginn des Synodalen Wegs.“

„Bei der Abstimmung in Frankfurt hat eine Sperrminorität der anwesenden Bischöfe ausgereicht, um eine Entscheidung zur dringend notwendigen Erneuerung der katholischen Sexualmoral zu verhindern“, so das ZdK. „Erschütternd ist nicht nur der Umgang mit queeren Menschen, sondern auch der Mangel an Verantwortungsbereitschaft: In der vorangegangenen Diskussion haben sich die meisten Gegner des Textes nicht entsprechend geäußert oder auch entsprechende Änderungswünsche kenntlich gemacht. Für gelingende Synodalität sind jedoch transparente Kommunikation und Dialogbereitschaft unabdingbare Voraussetzung.“

Abstimmungsergebnis irrelevant

Mehrere Bischöfe, darunter der DBK-Vorsitzende Bischof Georg Bätzing, haben bereits angekündigt, trotz der Ablehnung beim Synodalen Weg weiter mit dem Grundtext zu arbeiten.

Am Morgen nach der gescheiterten Abstimmung hatte Bätzing bei einer Pressekonferenz erklärt: „Der Text ist mit seinem festgestellten Abstimmungsergebnis ein Ergebnis der Arbeit des Synodalen Weges, und deshalb werden wir ihn auf die Ebene der Weltkirche transportieren, wenn wir im November zum Ad-Limina-Besuch in Rom sind, wenn wir im Januar daran gehen, die Weltsynode vorzubereiten mit den kontinentalen Bischofskonferenzen.“

Bätzing sagte außerdem, man werde „diesen Text in die Bischofskonferenz hineinnehmen, weil wir die Verpflichtung annehmen, an diesem so wichtigen Thema weiter zu arbeiten, weil Sie von uns erwarten dürfen, dass es zu dieser Frage von uns Bischöfen eine inhaltliche Positionierung gibt, […] wenn dieser Text nicht die gemeinsame Positionierung der Bischofskonferenz sein kann“.

Überlieferte Lehre

Die Kirche stützt sich in der Ablehnung homosexueller Handlungen „auf die Heilige Schrift“, wie der „Katechismus der Katholischen Kirche“ unter Verweis auf mehrere Bibelstellen betont (KKK 2357). Derartige Handlungen „verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

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