"Zeitenwende" in der Ökumene: Bischof Feige zur Orthodoxie im Zeichen des Ukraine-Kriegs

Bischof Gerhard Feige
Foto: Bistum Magdeburg

Angesichts der Orthodoxie im Zeichen des Ukraine-Kriegs könne man "von einer ökumenischen Zeitenwende sprechen": Das erklärte der Magdeburger Bischof Gerhard Feige am Donnerstag gegenüber der Kirchenzeitung "Tag des Herrn".

"Sicher ist es wichtig und richtig, nicht völlig auf Distanz zu gehen", so der Bischof. Anderseits müsse "wohl grundsätzlich wieder einmal überlegt werden, unter welchen Voraussetzungen ökumenische Dialoge überhaupt sinnvoll erscheinen und unter welchen Umständen sie nicht zu verantworten sind".

Noch lasse sich nicht sagen, wie die Ankunft von orthodoxen Flüchtlingen aus der Ukraine im Bistum Magdeburg den ökumenischen Dialog verändern werde, betonte Feige. Man solle zum jetzigen Zeitpunkt "sensibel sein und wahrnehmen, welche von ihnen Christen sind – das sind wohl die meisten – und dann versuchen, ihnen Kontakte zu Gemeinden oder Gottesdiensten ihrer jeweiligen Kirchen zu vermitteln".

In der Region gebe es allerdings "eigentlich nur russische Gemeinden", sagte der Bischof. Dennoch gebe es ein gutes Einvernehmen, "weil die meisten Menschen aus der Ostukraine auch Russisch sprechen".

"Hier geht es im Gottesdienst weniger um nationale Interessen als um das Wesentliche des christlichen Glaubens und die Botschaft des Osterfestes", erläuterte Feige. "Von daher spiegelt sich in diesen Gemeinden auch nicht unbedingt der Kriegsgegensatz wider. So hat es mir der russische Erzpriester gesagt, und so habe ich es auch aus anderen Teilen Deutschlands gehört."

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