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Kardinal Woelki: „Für mich ist der Synodale Weg abgeschlossen“

Kardinal Rainer Maria Woelki

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat unmissverständlich erklärt: „Für mich ist der Synodale Weg abgeschlossen.“ Zur geplanten Synodalkonferenz als Verstetigung des Synodalen Wegs äußerte er sich im Interview mit dem Kölner Domradio vom Dienstag dementsprechend skeptisch.

Angesprochen auf die Satzung des neuen Gremiums, die vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) bereits verabschiedet wurde, während eine Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sowie eine Gutheißung aus dem Vatikan weiter aussteht, sagte Woelki, man müsse abwarten.

„Wir müssen abwarten, was Rom tatsächlich sagt“, betonte der Kölner Erzbischof. „Wir müssen auch abwarten, ob die Bischofskonferenz bei ihrer Vollversammlung im Februar die Satzung wirklich in der vorliegenden Form für gutheißt. Insofern möchte ich mich nicht an Spekulationen beteiligen.“

„Ich kann nur sagen, dass ich mich meinen Weiheversprechen gegenüber zu verantworten habe“, fuhr er fort. „Ich habe versprochen, den Glauben der Kirche zu schützen und in Einheit mit dem Papst den Weg in meiner Diözese zu gehen. Das möchte ich auch in Zukunft für mich in Anspruch nehmen.“

Knackpunkt der Satzung der Synodalkonferenz ist die Idee des gemeinsamen Beratens und Entscheidens von Diözesanbischöfen und Nicht-Bischöfen. In der Satzung heißt es dazu: „Die berät und fasst Beschlüsse im Sinne ‚synodaler Entscheidungsprozesse‘ (vgl. Abschlussdokument der Bischofssynode, Nr. 94) zu wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens von überdiözesaner Bedeutung.“

Der Vatikan unter Papst Franziskus und nun unter Papst Leo forderte trotz aller Kritik am Synodalen Weg nie förmlich, den Prozess mit seinen teils radikalen Änderungsbestrebungen an der überlieferten kirchlichen Lehre zu beenden und Gremien nur so einzurichten, wie es kirchenrechtlich problemlos möglich ist und wie sie in Deutschland auf allen Ebenen existieren. Nun besteht die Lösung der deutschen Frage entweder darin, die Satzung zu genehmigen, womit alle bisherige vatikanische Kritik als substanzlos erscheinen würde, oder die Satzung abzulehnen, wodurch der Eindruck entstünde, dass der Vatikan erst dann durchgreift, wenn es um die Macht der Bischöfe geht, nicht aber zuvor, wenn zentrale Punkte der katholischen Lehre in Frage gestellt wurden – etwa mit Blick auf Frauenordination, die reguläre Taufspendung durch Laien und Homosexualität.

Woelki erläuterte derweil: „Wir leben als Katholiken in einer hierarchisch-sakramental verfassten Kirche. Das ist nicht einfach eine Frage der Organisation, sondern eine Frage des Wesens der Kirche. Und das ist die Basis, auf der wir einen gemeinsamen synodalen Weg gehen müssen. In dieser Kirche hat der Bischof für sein Bistum in letzter Instanz eine Entscheidungsgewalt, die ihm von Christus selbst übertragen ist. Insofern tue ich mich schwer mit dem Gedanken, Teil eines Gremiums zu sein, in dem 27 Diözesanbischöfe, 27 Mitglieder des ZdK und weitere 27 Mitglieder, die noch gewählt werden müssen, gemeinsam beraten und entscheiden. Und darum geht es ja letztlich, auch wenn versucht wird, dies mit anderen Worten zu umschreiben.“

Mit Nachdruck stellte Woelki klar, er sei nicht gegen ein „gemeinschaftliches Miteinander“: „Aber das, was beraten und vorgeschlagen wird, muss im Einklang mit dem apostolischen Erbe und dem Glauben der Kirche stehen. Das ist entscheidend. Darauf zu achten ist ja gerade die besondere Verantwortung des Bischofs.“

Beim deutschen Synodalen Weg waren – jeweils mit Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Bischöfe – zahlreiche Texte verabschiedet worden, die eine radikale Änderung der überlieferten kirchlichen Lehre und Moral forderten oder zumindest in den Raum stellten.

Woelki erklärte, es bestünden „grundlegend unterschiedliche Auffassungen davon, was Synodalität bedeutet. Papst Franziskus – wie auch Papst Leo – betonen immer wieder, dass Synodalität ein geistliches Geschehen ist, ein Werkzeug zur Evangelisierung. Synodalität ohne Evangelisierung ist gar nicht denkbar, wenn man Papst Franziskus und Papst Leo folgt.“

„Ich habe den Eindruck, dass es auf dem Synodalen Weg in Deutschland ab einem bestimmten Punkt vor allem darum ging, bestimmte kirchenpolitische Positionen umzusetzen“, so der Kardinal, der einige Arbeiten des Synodalen Wegs, etwa mit Blick auf das Thema Missbrauch, durchaus würdigte.

Er selbst wolle sich stets „an der Seite des Papstes“ wissen: „Der Weg, den uns Papst Franziskus eröffnet hat und den Papst Leo weitergeht, ist ein geistlicher Weg. Wir stellen uns – vom Papst über die Bischöfe bis zum ganzen Volk Gottes – unter das Wort und die Autorität Gottes. Er ist der Herr der Kirche.“

Die Spannungen unter den Bischöfen, von denen eine große Mehrheit für den Synodalen Weg ist, während insgesamt vier Diözesanbischöfe ausgestiegen waren, seien „belastend“, räumte Woelki ein. „Die Spannungen bedrücken mich, weil ich niemandem unterstellen möchte, nicht das Gute zu wollen.“

„Unterschiedliche Auffassungen gab es schon immer, auch in der frühen Kirche, etwa beim Apostelkonzil“, erinnerte der Kardinal. „Aber am Ende hat man sich auf das verständigt, was Petrus als Garant der Einheit festgelegt hat. Dass dies heute nicht mehr selbstverständlich ist, scheint mir eine der Ursachen unserer aktuellen Schwierigkeiten zu sein.“

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