„Wir sahen riesige Krater“: Kardinal Bo nach Erdbeben in Südostasien

Hilfskräfte im Einsatz nach dem Erdbeben am 28. März 2025 in Südostasien
screenshot / Tagesschau

Kardinal Charles Maung Bo SDB hat nach dem schweren Erdbeben in Südostasien am Freitag seine eigenen Eindrücke geschildert. Als Erzbischof von Yangon war er zum Zeitpunkt des Erdbebens in der Gegend rund um die Hauptstadt von Myanmar (Burma), Naypyidaw, unterwegs.

„Als wir uns durch den stockenden Verkehr kämpften, sahen wir riesige Krater auf der Straße“, sagte Bo gegenüber Vatican News am Samstag. „Durch unsere Bemühungen, die durch das Erdbeben verursachten Schäden auf der Straße und in der Umgebung zu umfahren, verzögerte sich unsere Reise um fünf Stunden.“

„Wir wurden in Angst und Schrecken versetzt, als sich unser Auto unkontrolliert zur Seite drehte und die Reisenden die Kontrolle über alle Fahrzeuge verloren“, fuhr er fort. „Als wir unser Auto retteten, fanden wir viele Motorradfahrer auf der Straße, weil sie die Kontrolle verloren hatten. Es war für uns alle ein beängstigender Moment, selbst auf offener Strecke.“

Überall auf der Straße habe man „die erdrückende Angst der einfachen Menschen“ sehen können.

„Wie Sie wissen, hat Myanmar in den letzten vier Jahren eine schwere Zeit hinter sich, und das Erdbeben kam für unser Volk zu einem sehr traurigen Zeitpunkt“, erläuterte der Kardinal. „Die betroffenen Gebiete sind bereits von einer multidimensionalen Krise betroffen, die durch Konflikte, den Zusammenbruch der Wirtschaft und massive Vertreibungen gekennzeichnet ist.“

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„Ich sah die ergreifenden Szenen von Männern und Frauen, die durch die Straßen eilten, um sich in Sicherheit zu bringen, während das Erdbeben ihnen einen Schauer über den Rücken jagte“, so Bo. „Es war eine erschütternde Erfahrung zu sehen, wie die Natur mit anderen Kräften zusammenwirkt, um das Leiden unserer Menschen zu verschlimmern.“

Der Präsident von Missio Aachen, Pfarrer Dirk Bingener, war noch im Januar selbst in Myanmar gewesen. Derzeit stehe das Hilfswerk in Kontakt mit dem Erzbistum Mandalay, sagte er am Montag gegenüber katholisch.de: „Die Mitarbeitenden sagen, dass die Situation dort extrem schwierig ist. Viele Gebäude sind stark beschädigt, darunter auch einige der Erzdiözese. Das ist unter anderem das Franziskushospital, in dem normalerweise Verletzte versorgt werden müssten. Das ist das Pastoralzentrum, von dem aus trotzdem die Hilfe organisiert wird. Das sind Schulen und Kirchen. Die Kathedrale ist ebenso beschädigt, auch das Bischofshaus.“

„Die Gebäude kann man aktuell nicht oder nur unter großer Gefahr betreten, weil man nicht weiß, wie stabil sie insgesamt sind“, erklärte Bingener. Auch die Wasserversorgung sei „im Grunde genommen zusammengebrochen. Dazu kommt noch die Hitze: Selbst abends liegen die Temperaturen bei 31 Grad, tagsüber wird es über 40 Grad heiß.“

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Kirchliche Stellen versuchten derzeit „vor allem Nahrung, Wasser und Unterkunft zu organisieren. Die Menschen schlafen auf der Straße, weil sie Angst vor Nachbeben haben. Dazu kommt die medizinische Versorgung. Das war schon vor dem Erdbeben ein großes Problem. Versorgt war nur derjenige, der sich Medizin kaufen konnte – oder sie eben von der Kirche in den kirchlichen Strukturen erhalten hat.“