Papst Franziskus, Bischof Rudolf Voderholzer und viele andere haben das Zeugnis, den Mut und die Selbstlosigkeit des französischen Polizisten Arnaud Beltrame (45) gewürdigt.  

Franziskus schrieb dem Bischof von Carcassone und Narbonne, der Polizist Beltrame habe "eine uneigennützige und heroische Tat begangen", in dem er sein Leben gab, um Menschen zu beschützen. Er bete für alle, die unter den Folgen des Terrors in Südfrankreich litten, um Gottes Trost, so der Papst an Bischof Alain Planet.

Bei einem Angriff eines Anhängers des Islamischen Staates (IS) auf einen Supermarkt in Trèbes bei Carcassonne (Frankreich) bot sich der praktizierende Katholik und Polizist als Geisel im Austausch für eine gefangene Frau an.

Der Islamist ging darauf ein, tauschte die Geiseln aus  – aber richtete schließlich Arnaud Beltrame: Der Gendarm - starb einen Tag später im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Insgesamt vier Menschen starben – darunter der Angreifer.

Papst dankt Polizisten, die Petersplatz sichern

Der islamistische Terror bedroht auch weiter den Vatikan. Franziskus hat am Montag italienische Sicherheitskräfte empfangen, die den Petersplatz bewachen und schützen. Er dankte ihnen für ihre Arbeit: Sie opferten sich, um "nicht nur den Papst, sondern auch die Menschen zu beschützen, damit nicht irgendein Verrückter auf einmal ein Blutbad anrichtet und so viele Familien dadurch zerstört", so Franziskus laut einer Meldung des Vatikan.

Vergleich mit berühmtem Märtyrer 

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Mit dem heiligen Maximilian Kolbe hat nicht nur Bischof Alain Planet, sondern auch Bischof Rudolf Voderholzer den Helden von Trèbes verglichen: Nach dem Gebet des Kreuzwegs erinnerte der bayerische Oberhirte, auf dem Berg der Dreifaltigkeitskirche angekommen, die Gläubigen an Arnaud Beltrame und seinen Einsatz.

"Inmitten der Hölle dieses Geschehens blitzt ein Licht auf, das in seiner Größe und Menschlichkeit sprachlos und andächtig macht und für mich etwas vom Ostergeheimnis sichtbar macht".

Bischof Rudolf Voderholzer weiter: "Da ist ein Mann der im vollen Bewusstsein der möglichen Konsequenzen für jemand anderen sein eigenes Leben einsetzt!"

"Das Lebensopfer des Arnaud Beltrame ist nicht nur ein Beispiel für militärische Tugenden, sondern macht etwas sichtbar vom Geheimnis der Proexistenz, macht etwas sichtbar vom Geheimnis des Daseins für andere, der Stellvertretung, die im Zentrum der christlichen Erlösungsbotschaft steht.

Das Lebensopfer des Arnauld Beltrame erinnere an den heiligen Pater Maximilian Kolbe, der im Konzentrationslager Ausschwitz sich gegen einen dem Tod geweihten Familienvater hatte eintauschen lassen und freiwillig in den Hungerbunker ging, so Voderholzer.

"'Es gibt keine größere Liebe, als wenn jemand sein Leben hingibt für seine Freunde', sagt Jesus im Abendmahlssaal in Hinblick auf den ihm bevorstehenden Tod am Kreuz", erklärte der Regensburger Bischof. 

In Trèbes habe ein Polizist sein Leben geopfert und auf diese Weise nicht nur eine Geisel befreit, sondern vermutlich noch viel größeres Unheil verhindert.

"Im Licht des Glaubens dürfen wir in ihm einen wahren Märtyrer sehen. Einen Zeugen für die wahrhaft Leben schenkende und die Welt verwandelnde Kraft der göttlichen Liebe, die im Kreuz unseres Herrn Jesu Christus vollends sichtbar geworden ist".

Das Geschehen zeige, dass die Wehrlosigkeit und Selbstlosigkeit der Liebe machtvoller und kraftvoller strahlt als alle Feuerwaffen Wir dürfen zuversichtlich sein, dass sein Lebensopfer nicht sinnlos war, sondern Segen bringen wird", so Bischof Voderholzer abschließend in seiner Predigt.

Bischof Voderholzer beim Kreuzweg am Palmsonntag 2018. (Foto: Bistum Regensburg)

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