Bischof Bätzing: "Ich verwehre keinem Protestanten die heilige Kommunion"

Es geht darum, die "persönliche Gewissensentscheidung" zu respektieren, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz zum Abschluss der Vollversammlung der Bischöfe

Bischof Georg Bätzing bei der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz im Februar 2021.
Foto: Sascha Steinbach / epa pool

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat erklärt, er werde  weiterhin Protestanten die Heilige Kommunion reichen, wenn diese während der Heiligen Messe an ihn herantreten. Die "persönliche Gewissensentscheidung" sei zu respektieren, Priester hätten deshalb auch aus seiner Sicht keinerlei negative Konsequenzen zu befürchten, so der Limburger Bischof in einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag.

Die digitale Pressekonferenz bildete den Abschluss zur seit Dienstag tagenden Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz, bei der unter anderem erstmals in der Geschichte der Bischofskonferenz eine Frau für das Amt der Generalsekretärin gewählt wurde (CNA Deutsch hat berichtet). 

In der Abschlusspressekonferenz sprach Bätzing übre Aufarbeitung von sexueller Gewalt von Klerikern und die Vertuschung von Missbrauch. Er wiederholt erneut, er habe große Hoffnungen, was den umstrittenen "Synodalen Weges"  betrifft – und nahm Stellung zur aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten wie der Flüchtlingskrise und der aktiven Sterbehilfe.

Auch schloss Bätzing einen Rücktritt aus, für den Fall, dass er in der Missbrauchsaufarbeitung einen Fehler gemacht habe. Mit seinem Rücktritt sei "niemandem geholfen", meinte der Limburger Bischof, da er sich schon seit langem für eine "lückenlose Aufklärung" stark mache.

In den vergangenen Tagen waren zuletzt Kardinal Reinhard Marx und sein Nachfolger im Bistum Trier, Bischof Stephan Ackermann, wegen ihres Umgangs mit einem Fall in die Schlagzeilen gekommen. 

In der abschließenden Fragerunde wurde Bischof Bätzing nach dem aktuellen Stand im Streit um das Thesenpapier des "Ökumenischen Arbeitskreises" (ÖAK) gefragt. Als dessen Ko-Vorsitzender war Bätzing an diesem Dokument beteiligt, dass eine sogenannte "Mahlgemeinschaft" mit Protestanten fordert (CNA Deutsch hat berichtet).

In der Pressekonferenz wiederholte der Bischof seinen Standpunkt. Auf die Frage, ob er persönlich Schwierigkeiten damit hätte, einem Protestanten die Eucharistie zu reichen und ob eine solche Praxis Konsequenzen für die Priester hätte, darauf antwortete Bätzing wörtlich:

"Ich habe damit keine Schwierigkeiten und sehe mich da auch gedeckt mit päpstlichen Dokumenten."

Er fügte hinzu, dass dies in deutschen Gemeinden bereits "Praxis" sei –"an jedem Sonntag". Negative Konsequenzen hätte ein Priester seines Bistums nicht zu befürchten, wenn ihm ein solcher Fall gemeldet würde, bestätigte Bätzing. 

Allerdings, so schränkte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz ein, dürfe man nicht "alle einfach einladen". Eine allgemeine Aufforderung, die heilige Kommunion zu empfangen sei nicht gestattet, jedoch gelte es den "Respekt vor der persönlichen Gewissensentscheidung des Einzelnen" zu wahren, der dennoch an die Kommunionbank herantritt. Bätzing wiederholte:

"Ich verwehre einem Protestanten nicht die heilige Kommunion, wenn er darum bittet."

Bekanntlich hat der Vatikan dem Vorstoß Bätzings, den Kommunionempfang auf eine "Gewissensentscheidung" zu reduzieren, noch unmittelbar vor der letzten Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz eine klare Absage erteilt.

Wie CNA Deutsch weiter berichtete, hatte kurz darauf auch der Präfekt des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, massive Bedenken angemeldet, mit dem Ergebnis, dass der Entwurf des ÖAK vorerst zur Überarbeitung zurückgeschickt wurde. 

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