Er starb, weil er Hitler den Gehorsam verweigerte - nun ist er ein Seliger

Seliger Joseph Mayr-Nusser
Foto: OTFW, Berlin via Wikipedia (CC 3.0)
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Im Dom seiner Heimatstadt Bozen ist der katholische Ehemann und Familienvater Joseph Mayr-Nusser seliggesprochen worden. Der Südtiroler hatte sich geweigert, den Eid auf Adolf Hitler zu schwören. Von den Nazis zum Tode verurteilt, starb er auf dem Weg in das KZ Dachau. 

Papst Franziskus würdigte in einer Botschaft den Seliggesprochenen als "Laien, Familienvater, Gläubigen, der getreu dem Taufversprechen nur Christus als seinen Herrn anerkannte". Dessen Zeuge sei er bis zur Hingabe seines Lebens geblieben.

Im Rahmen des Festgottesdienstes im Dom zu Bozen sagte der Präfekt der römischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Angelo Amato, der Seliggesprochene sei "Märtyrer des Glaubens in der dunklen Zeit der Nazi-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs" gewesen. Doch sein Vorbild sei heute so aktuell wie eh und je, in einer Zeit, in der Christen die am stärksten erfolgte Religionsgemeinschaft sind. 

Katholiken müssten sich auch heute, so wie Joseph Mayr-Nusser es damals mutig tat, den "Götzen seiner Zeit" entgegenstellen, so Kardinal Amato. 

Das Christentum sei Hass, Verfolgung und Widerspruch ausgesetzt; das Evangelium werde verspottet, Gläubige ausgegrenzt und die christlichen Auffassungen von Mann und Frau, über die Ehe, über Leben und Tod würden lächerlich gemacht. Eine "tödliche Umzingelung" sei das, so der Kardinal.

Stolzer Katholik mit heiligen Vorbildern

Der Präfekt der Kongregation für Heiligsprechungen erinnerte an das Vorbild Mayr-Nussers, den heiligen Thomas Morus. Dieser sei eine "Inspiration" gewesen: Lordkanzler Morus starb, weil er seinem König, Heinrich VIII., den Eid verweigerte. Morus sei eine Inspiration für das schließliche 'Nein' gegen Hitler" gewesen, so Amato.

Für den "stolzen Katholiken" Mayr-Nusser sei der Glaube die Quelle "seines inneren Adels, Jünger Jesu und Sohn der Kirche zu sein" gewesen, erklärte Kardinal Amato. 

Nach dem Einmarsch im Jahr 1944 wollten die Nazis den 31 Jahre alten Mayr-Nusser zum Dienst in der Waffen-SS verpflichten. Als er sich weigerte den Eid der SS abzulegen, wurde er zum Tode verurteilt. Schwer von den Nazis misshandelt, starb der Geschwächte auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau. 

Der Gedenktag für Mayr-Nusser ist der Jahrestag seiner Eidesverweigerung: Der 3. Oktober.

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