Fall Pell: Australische Medien kündigen an, sich vor Gericht schuldig zu bekennen

Kardinal George Pell am 20. Dezember 2020 in Rom bei einem Interview mit Colm Flynn / EWTN News Nightly.
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Eine weitere Sensation im Gerichtsverfahren gegen Medien und Journalisten wegen ihrer Berichterstattung im Fall des freigesprochenen Kardinals George Pell: Wie die Staatsanwaltschaft am heutigen Montag mitteilte, werden sich die Medienunternehmen für schuldig erklären, in insgesamt 72 Fällen eine Nachrichtensperre gebrochen zu haben.

Im Gegenzug lasse die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen die 18 einzelnen, ebenfalls angeklagten, Journalisten und Reporter fallen, berichtet die Zeitung "The Australian". Demnach haben sich alle 12 angeklagten Medienorganisatonen auf einen Deal mit der Staatsanwaltschaft geeinigt, bei dem sie auch die Kosten der Staatsanwaltschaft in dem Verfahren vor dem Supreme Court of Victoria tragen. 

Unklar ist, wie hoch das Strafgeld sein wird: Richter John Dixon wird nach einer Anhörung in der kommenden Woche dieses entscheiden. Den Medien-Unternehmen drohen Bußgelder bis zu einer halben Million Dollar.  

 

Hintergrund: Der Pell-Prozess


Kardinal George Pell stammt aus dem Bundesstaat Victoria und war jahrelang Erzbischof von Melbourne und später Sydney. Papst Franziskus hatte den prominenten Prälaten im Jahr 2014 zum Leiter des neu geschaffenen Wirtschafts-Sekretariats ernannt: Der robuste Prälat und ehemalige AFL-Spieler sollte maßgeblich die Korruption und Misswirtschaft im Vatikan aufräumen helfen. 

Nachdem die Polizei von Victoria im Jahr 2017 gegen Pell Anzeige erstattete – aus Gründen, die später einen gewaltigen Justiz-Skandal auslösten – ließ sich der Kardinal beurlauben, um vor Gericht seine Unschuld zu beweisen.

Pell wurde zuerst in zwei Instanzen – trotz gegenteiliger Zeugenaussagen und ohne jeglichen Beweis – aufgrund den Behauptungen eines scheinbaren Opfers schuldig gesprochen und verbrachte 13 Monate in Einzelhaft, bis der High Court ihn schließlich rehabilitierte und mit sofortiger Wirkung freisprach.

Der Fall erschütterte die Weltkirche wie die australische Justiz, wie CNA Deutsch berichtete.

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