Im Kampf um "Reproduktionsgesundheit" stehen Afrikaner für das Leben ein

Afrikanische Mutter mit Kind
Foto: Sura Nualpradid / Shutterstock
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Die Bemühungen westlicher Länder, in Afrika Abtreibung und Verhütung im Namen des wirtschaftlichen Fortschritts zu fördern, bereitet Katholiken in Afrika große Sorge. Aktueller Anlass ist besonders das am gestrigen Montag begonnene Jahrestreffen der UN-Kommission für Bevölkerung und Entwicklung (KBE).

Papst Franziskus hat wiederholt vor der "ideologischen Kolonisierung" von Entwicklungsländern durch den Westen gewarnt, bei der die Zahlung von Hilfsgeldern verknüpft ist mit Verhütung, Abtreibung, Sterilisierung und Gender-Ideologie.

Die Jura-Professorin Teresa Collett nimmt an der 51. Sitzung der KBE teil, die noch bis zum 13. April dauert. 

"Die 'Reproduktionsgesundheit' ist der Begriff, bei dem jedes Treffen der UN-Komission zum Schlachtfeld wird", so die Professorin.

"Jetzt klingt 'Reproduktionsgesundheit' erst einmal harmlos", so Collett. In Wahrheit sei es jedoch "Diplomatensprech" für Verhütung, so Collett vergangene Woche auf einer Konferenz der Catholic University of America anläßlich des 50-jährigen Jubiläums der Enzyklika Humanae Vitae. 

Beim letztjährigen Treffen der KBE in New York sei die Debatte über reproduktive Gesundheit so hitzig gewesen, "dass wir kein Schlussdokument hatten", erklärte Collett – Grund dafür sei nicht zuletzt die "starke" Haltung afrikanischer Länder gewesen.

Das UN-Vorbereitungsdokument – hier in englischer Sprache (PDF) – empfiehlt implizit Maßnahmen zur Senkung der Geburtenraten in Afrika:

"In vielen Teilen Afrikas und in Teilen Asiens nimmt die Zahl der Kinder und Jugendlichen rasch zu. Maßnahmen (...) zur Gewährleistung eines allgemeinen Zugangs zu Diensten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ist wichtig, um die Rate der Mütter- und Kindersterblichkeit weiter zu senken. In der Regel führen solche Maßnahmen auch zu einer Verringerung der Geburtenrate."

In den Ländern, in denen die Zahl der Kinder und Jugendlichen in jüngster Zeit zurückgegangen ist, so das UN-Dokument weiter, gebe es nun "eine historische Chance für ein schnelleres Wirtschaftswachstum. Mit einem nachhaltigen Rückgang der Geburtenrate kann die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (Alter 25-64) für einige weitere Jahrzehnte weiter wachsen und vorübergehend das Verhältnis der Arbeiter gegenüber abhängigen Angehörigen." 

Derlei Debatten an der UN haben als Ausgangspunkt "neokolonialistische" Annahmen darüber, zu wissen, was afrikanische Frauen wollen, so die nigerianische Katholikin Obianuju Ekeocha, Autorin des soebene erschienen Buches "Target Africa". 

"Für die Entscheidungsträger dieser Welt ist der Einsatzplan völlig klar: Ein engagiertes Bemühung um Bevölkerungskontrolle in den Entwicklungsländern. Aber in ihrer Besessenheit, die Fruchtbarkeitsrate von Frauen in Subsahara-Afrika zu reduzieren haben die Experten eine wichtige Frage übersehen: Welche Fruchtbarkeitsrate sich die Frauen selber wünschen", schreibt Ekeocha.

Ekeocha zitiert einen USAID-Bericht des Jahres 2010 über die Anzahl der Kinder, die sich Menschen in verschiedenen Teilen der Welt wünschen. Dieser stellte fest, dass der Kinderwunsch in West- und Zentralafrika höher ist, und im Schnitt bei 6,1 gewünschten Kindern in der Region liegt.

"Im Gegensatz zu dem, was wir in der entwickelten westlichen Welt sehen, gibt es eine sehr hohe Übereinstimmung mit Humanae Vitae von Papst Paul VI. Für diese afrikanischen Frauen haben in aller Demut die wertvollen Worte des prophetischen Papstes gehört, verstanden und akzeptiert ", schrieb Ekeocha 2012 in einem offenen Brief an Melinda Gates.

Trotz der weit verbreiteten moralischen Ablehnung der Geburtenkontrolle in vielen afrikanischen Ländern wurden 2014 von westlichen Regierungen und Organisationen 77.225.741 Antibabypillen an afrikanische Länder gespendet, berichtet die Nigerianerin.

Übersetzt und gekürzt aus dem englischen Original.

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