Kardinäle Dziwisz und Schönborn gedenken des Attentats auf Papst Johannes Paul II.

13. Mai 1981 auf dem Petersplatz: Ein von Schüssen getroffener Papst Johannes Paul II. bricht zusammen.
Foto: Audycje Radiowe/YouTube
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Am 13. Mai 1981 hielt die Welt den Atem an und stürzte sich in das flehende Gebet um die Errettung des Papstes Johannes Paul II. Vor genau vierzig Jahren schoss der Attentäter Ali Agca auf den Heiligen Vater während der Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Kardinal Dziwisz im Vatikan: „Ich erinnere mich an diese ins Gebet versunkene Welt.“

Am Grab von Johannes Paul II. in der vatikanischen Basilika wurde eine Frühmesse unter Beteiligung polnischer Geistlicher und Gläubiger gefeiert. Der ehemalige persönliche Sekretär von Johannes Paul II., Kardinal Stanisław Dziwisz, der zu diesem Anlass aus Krakau angereist war, stand dem Festgottesdienst vor.

In seiner Predigt rief Kardinal Dziwisz die Ereignisse vom 13. Mai 1981 in Erinnerung, als der Attentäter zu Beginn der Generalaudienz auf den Papst schoss und ihn beinahe tödlich verwundete. „Ich sehe sein Blut, das die weiße päpstliche Soutane tränkte und meine Hände und Kleidung befleckte. Ich höre auch sein ständig wiederholtes, schwindendes Gebet: Maria, meine Mutter“, sagte Kardinal Dziwisz in seiner Predigt am Grab von Karol Wojtyła und fügte hinzu: „Von diesem Tag an weiß ich, was der hl. Apostel Johannes fühlte, als er den vom Kreuz abgenommenes Leichnam Christi in seinen Armen hielt.“

Stanisław Dziwisz, der ein direkter Zeuge dieses historischen Geschehens war, sprach über die Momente des „schreckliches Rennens gegen die Zeit“, um das Leben des Papstes zu retten, über die Zeit in der römischen Gemelli-Klinik, wo er über fünf Stunden operiert wurde. „Ich erinnere mich an die Ärzte, an das medizinische Personal und an alle Menschen, deren Mitwirkung zur Rettung des hl. Johannes Paul II. beigetragen hat. Ich erinnere mich auch an diese ins Gebet versunkene Welt und an unsere Heimat, den Weißen Marsch in Krakau und so viele andere Initiativen, die bis ans Ende der Welt ergriffen wurden, um den Heiligen Vater zu retten.“

Zum Schluss seiner Predigt betonte Kardinal Dziwisz, dass die Dankbarkeit für die wundersame Rettung des polnischen Papstes auch eine Dankbarkeit für das gesamte Pontifikat, für „sein Glaubenszeugnis, seine Lehre, Anweisungen und Warnungen vor den Gefahren und Turbulenzen der modernen Welt“, für alles sein sollte, was dank des hl. Johannes Paul II. in der Kirche und in der Welt vollbracht wurde.

Kardinal Schönborn in Wien: „Große Erschütterung, die die ganze Welt erfasst hat“

Im Wiener Stephansdom feierte Kardinal Christoph Schönborn gemeinsam mit dem Weihbischof Helmut Krätzl, dem Dompfarrer Toni Faber und weiteren Priestern und Diakonen aus der Erzdiözese Wien das Fest der Himmelfahrt des Heeres. Beim Pontifikalamt wurde des Schussattentats auf Papst Johannes Paul II. vor vierzig Jahren gedacht. 

Dieser „Akt der Gewalt und des Terrors“ gegen den Papst aus Polen war eine „große Erschütterung, die die ganze Welt erfasst hat“ und „mir noch ganz lebhaft in Erinnerung ist“, sagte Kardinal Schönborn und betonte, dass Johannes Paul II. „mit seinem Zeugnis der Freiheit und des Mutes das große Sowjetimperium zum Zittern gebracht und wesentlich dazu beigetragen hat, dass es unblutig in sich zusammengebrochen ist“.

Schönborn erinnerte daran, dass der 13. Mai auch der Jahrestag der ersten Marienerscheinung von Fatima im Jahr 1917 ist. „So gedenken wir dieses großen Papstes und der Muttergottes, der er die Rettung aus diesem Attentat eindeutig zugeschrieben hat“, wandte sich der Erzbischof am Beginn des Festgottesdiensts an die im Stephansdom versammelten Gläubigen und die Zuhörer von „Radio Stephansdom“, das den Gottesdienst übertragen hat.

Der Tag des Attentates auf dem Petersplatz von 1981 in Rom fiel auf den 64. Jahrestag der Marienerscheinungen von Fatima. Das erkannte Karol Wojtyła noch am Abend des dramatischen Tages am Krankenbett in der Gemelli-Klinik und hatte seine wundersame Rettung stets der Gottesmutter Maria zugeschrieben. Johannes Paul II. sollte später sagen: „Es war so, als hätte eine Hand die Kugel abgeschossen, eine andere sie gelenkt.“ Genau ein Jahr später besuchte Johannes Paul II. den portugiesischen Wallfahrtsort, um persönlich der Gottesmutter von Fatima seinen Dank auszudrücken. Die Kugel, die ihm aus dem Bauch entfernt worden war, wurde vergoldet und befindet sich seitdem in der Krone der Marienstatue in Fatima.

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