Kardinal Hollerich warnt vor "Kirchenkrieg"

Kardinal Jean-Claude Hollerich spricht auf dem Internationalen Eucharistischen Kongress in Budapest am 10. September 2021.
Foto: Daniel Ibáñez / CNA Deutsch

Der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich warnt in der aktuellen Missbrauchskrise und den Debatten darüber vor einem "Kirchenkrieg" und gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Weltweit hätten die Bischöfe im Grunde alle gleich gehandelt, sie hätten "verdrängt, verschwiegen oder verharmlost". Es gebe ein "strukturelles Versagen", so Hollerich im Interview mit der "Herder Korrespondenz".

Darin spricht sich Hollerich für weitgehende Reformen in der Kirche aus, wichtig sei es aber, "so viele Leute auf dem Weg mitzunehmen wie nur möglich".

Der Luxemburger Kardinal und Jesuitenpater ist ein enger Vertrauter von Papst Franziskus und hat als Berichterstatter der Weltbischofssynode über Synodalität eine Schlüsselposition inne.

Auch der frühere Bundestagspräsident und SPD-Politiker Wolfgang Thierse sieht in der Februar-Ausgabe des Magazins Identitätsdebatten und "Cancel Culture" auf die katholische Kirche "zukommen" und kritisiert eine polarisierte Debattenkultur. 

Warnung und Kritik aus dem Vatikan

Vorwürfe über gezieltes Mobbing, ideologische Polemik und Parteitags-Manöver beim umstrittenen "Synodalen Weg" überschatten – neben vielen anderen Eklats – schon länger die deutsche Debattenveranstaltung.

Papst Franziskus und der Vatikan haben sich jedoch nicht nur zum deutschen "Synodalen Weg" wiederholt eingeschaltet.

Angesichts der Berichterstattung und des Verhaltens kirchlicher Entscheidungsträger kam es gestern zu einer neuen Stellungnahme aus Rom: Der Versuch, das Ergebnis des Münchner Gutachtens allein auf Kardinal Joseph Ratzinger, den Erzbischof der Jahre 1977-1982 zu konzentrieren, wurde gestern aus Rom kritisiert.

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