"Kein Katholik kann guten Gewissens für Abtreibung sein": Cordileone antwortet Pelosi

Der Erzbischof von San Francisco antwortet auf den Vorwurf der Politiker der Democrats, dass Katholiken "Verräter" sind, die sich für den Lebensschutz einsetzen

Erzbischof Salvatore Joseph Cordileone von San Francisco
Foto: Paul Badde / EWTN.TV

Der Erzbischof von San Francisco hat auf Aussagen von Nancy Pelosi reagiert, dass Pro-Life-Wähler von Donald Trump "Verräter" – wörtlich sellouts – sind.

Pelosi ist Sprecherin des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten – und eine Abgeordnete der Demokratischen Partei aus San Francisco. 

In einem Podcast mit der ehemaligen Senatorin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sagte Pelosi, dass die Unterstützung von Pro-Life-Wählern für den ehemaligen Präsidenten Donald Trump ein Thema sei, das "mir als Katholikin großen Kummer bereitet."

"Ich denke, dass Donald Trump Präsident ist, weil es um das Recht der Frau geht, sich [für oder gegen eine Abtreibung]entscheiden zu können", sagte sie wörtlich – eine Anspielung, dass Lebensschützer im Jahr 2016 Donald zum Sieg verhalfen. Diese Wähler "waren bereit, die gesamte Demokratie für dieses eine Thema zu verkaufen und verraten", so Pelosi laut einem Bericht der Catholic News Agency (CNA).

"Pelosi spricht nicht für die Kirche"

Am gestrigen Donnerstag reagierte Pelosis Erzbischof auf ihre Aussagen. "Kein Katholik kann guten Gewissens Abtreibung befürworten", sagte Erzbischof Salvatore Cordileone von San Francisco, der Heimatdiözese von Pelosi, in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. "Unser Land ist mit dem Blut der Unschuldigen getränkt, und das muss aufhören."

Als Politikerin engagiert sich Pelosi seit langer Zeit aktiv für ein Recht auf Abtreibung.

Im Jahr 2008 sagte sie in der NBC-Sendung "Meet the Press" in Bezug auf die Frage, wann das menschliche Leben beginnt: "Über die Jahrhunderte waren die Kirchenlehrer nicht in der Lage, diese Definition zu machen." Ihr katholischer Glaube sollte "keinen Einfluss auf das Recht einer Frau haben", sich für eine Abtreibung ihres ungeborenen Kindes zu entscheiden, so Pelosi weiter.

Am gestrigen Donnerstag stellte Erzbischof Cordileone fest: "Nancy Pelosi spricht nicht für die katholische Kirche". 

"In der Frage der gleichrangigen Würde des menschlichen Lebens im Mutterleib steht sie [Pelosi] zudem in direktem Widerspruch zu einem grundlegenden Menschenrecht, das die katholische Lehre seit 2.000 Jahren konsequent vertritt", fuhr Cordileone fort.

Der Erzbischof fügte hinzu, dass Pelosis Benutzung der in den USA unter Abtreibungsbefürwortern gängigen Phrase einer "Entscheidungsfreiheit" –  right to choose – in Bezug auf die Abtreibung "ein Deckmantel für die Aufrechterhaltung einer ganzen Industrie ist, die von einem der abscheulichsten Übel profitiert, die man sich vorstellen kann."

Cordileone ist nicht der erste Bischof, der Pelosis Abtreibungs-Engagement deutlich verurteilt hat.

Im Jahr 2010 verurteilte der frühere Erzbischof von San Francisco, George Niederauer, Pelosis Unterstützung für die Abtreibung "völlig unvereinbar mit der katholischen Lehre."

Pelosi hat bereits im vergangenen August angekündigt, die staatliche Finanzierung der Tötung ungeborener Kinder – die in den USA bis kurz vor der Geburt möglich ist – per Gesetzgebung im Jahr 2021 unterstützen zu wollen.

Bislang ist unklar, ob die Demokratische Partei jedoch die erforderlichen Stimmen in beiden Kammern haben wird, um das "Hyde Amendment" aufzuheben.

Cordileone betonte am 21. Januar, er werde keine Mutmaßungen anstellen, warum einzelne Personen Trump gewählt haben könnten oder nicht. Doch stellte er fest: "Es gibt viele Fragen von sehr großer moralischer Tragweite, die Katholiken mit gutem Gewissen abwägen müssen, wenn sie zur Wahl gehen".

Unterstützung für Erzbischof Gomez


Erzbischof Cordileone äußerte sich auch zur Erklärung des Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Jose Gomez von Los Angeles, anlässlich der Vereidigung von Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA.

Darin hatte Gomez dem Katholiken Biden zur Amtseinführung gratuliert und gewürdigt – gleichzeitig stellte er fest, dass es Unterschiede zwischen den katholischen Positionen der Bischöfe und denen Bidens gibt.

Diese Erklärung hatte Kardinal Blase Cupich von Chicago öffentlich mit scharfen Vorwürfen kritisiert – und offensichtlich Beobachtern zufolge gleichzeitig erreicht, dass der Vatikan die Veröffentlichung bis nach der Vereidigung verzögerte.

Mehrere amerikanische Bischöfe hatten sich daraufhin demonstrativ hinter den Vorsitzenden der Bischofskonferenz gestellt. 

Cordileone dankte Gomez am Donnerstag dafür, dass er die Priorität der Bischofskonferenz bekräftigt habe und fügte hinzu, dass Abtreibung ein "herausragendes" Anliegen sei, was aber bei weitem nicht bedeute, dass es das "einzige" Anliegen der Bischöfe sei.

"In seiner gestrigen Eröffnungsrede hat Präsident Biden einen bewegenden Aufruf zur Einheit und Heilung der Nation gegeben", sagte Cordileone und fügte hinzu, dass Pelosis Vorwürfe gegen Lebensschützer "nicht die Sprache der Einheit und Heilung sprechen".

Pelosi sollte sich bei diesen Wählern entschuldigen, so der Erzbischof.

"Christen haben immer gewußt, dass das Gebot 'Du sollst nicht töten' für alles Leben gilt, auch für das Leben im Mutterleib", sagte Cordileone. "Papst Franziskus setzt diese ungebrochene Lehre fort."

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