Kurienkardinal Grech verurteilt öffentliche Kritik am "Synodalen Weg" als "Denunziation"

Kardinal Mario Grech
Foto: Daniel Ibáñez / CNA Deutsch

Der Generalsekretär für die Bischofssynode, Kurienkardinal Mario Grech, hat die öffentliche Kritik, die mehrere Bischofskonferenzen und zahlreiche Bischöfe aus aller Welt am deutschen "Synodalen Weg" geübt haben, als "Denunziation" verurteilt. Er "stimme nicht mit der Methode überein, die von den Kritikern verwendet wurde", sagte Grech der Sonderpublikation "Herder Thema".

Grech ergänzte: "Nicht in diesem Stil. Ich denke, eine brüderliche Korrektur und ein Dialog sind etwas sehr Positives. Warum aber eine öffentliche Denunziation? Das hilft nicht. Es polarisiert nur zusätzlich." Er selbst könne "nicht sagen, warum es diese Kritik gab".

Sowohl die polnische als auch die nordische Bischofskonferenz hatten öffentlich Kritik am "Synodalen Weg" geübt. Zuletzt veröffentlichten Bischöfe als aller Welt einen offenen Brief, der vom US-amerikanischen Erzbischof Samuel Aquila lanciert worden war. Auch gläubige Katholiken aus ganz Deutschland bringen immer wieder – einzeln oder in Gruppen – ihre Kritik am "Synodalen Weg" zum Ausdruck.

Zum "Synodalen Weg" selbst sagte Grech, er "versuche, dem Prozess zu folgen. Aber für mich ist es eine Sache, dem zu folgen, was veröffentlicht wird, und eine andere, dem zu folgen, was wirklich vor sich geht. Es ist ein Prozess."

"Vielleicht hätte die Kommunikation im Allgemeinen besser sein können", so der Kardinal. "Dies hätte zu einem besseren Verständnis der Geschehnisse in Deutschland beigetragen." Nichtsdestotrotz habe er "Vertrauen in die katholische Kirche in Deutschland und in die Bischöfe, dass sie wissen, was sie tun".

Die Mitglieder des "Synodalen Wegs" kommen vom 8. bis zum 10. September zur nunmehr vierten Synodalversammlung in Frankfurt zusammen. Eine ganze Reihe von Texten liegt in zweiter Lesung vor und könnte damit bereits offiziell verabschiedet werden. Dabei zielen verschiedene Textstellen darauf ab, die überlieferte Lehre der Kirche etwa auf dem Gebiet der Sexualmoral (besonders in Sachen praktizierter Homosexualität) oder der priesterlichen Ehelosigkeit zu ändern.

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