Maria 1.0: Bätzing geht nicht "adäquat" auf Sorgen um "Synodalen Weg" ein

Bischof Georg Bätzing
Foto: Rudolf Gehrig / CNA Deutsch

Die Bewegung Maria 1.0 hat gegenüber CNA Deutsch festgestellt, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz (DBK) sei nicht "adäquat auf die erhobenen Vorwürfe und begründete Sorge" von Bischöfen aus aller Welt bezüglich des deutschen "Synodalen Wegs" eingegangen.

Zuvor hatte sich bereits die katholische Initiative "Neuer Anfang" ähnlich geäußert.

Am Karsamstag sagte der Limburger Bischof Georg Bätzing, die Bischöfe aus aller Welt hätten "euphemistische Verbrämungen" verwendet. Man müsse vielmehr "offen über Macht und Machtmissbrauch in der Kirche" sprechen und dabei die Gläubigen auf allen Ebenen an Entscheidungen beteiligen.

Am Dienstag in der Karwoche hatten vier Kardinäle – Kardinal George Pell aus Australien, Kardinal Wilfrid Napier aus Südafrika, Kardinal Francis Arinze aus Nigeria und Kardinal Raymond Burke aus den USA – und 70 Bischöfe einen Brief an die deutschen Bischöfe aus "wachsender Sorge über den Charakter des gesamten Synodalen Weges und den Inhalt der synodalen Dokumente" geschrieben.

Die Unterzeichner warnten, der "Synodale Weg" drohe in eine "Sackgasse" zu führen und "zerstörerische Effekte" zu haben.

Maria 1.0 kritisiert fast schon "spöttischen Unterton"

Man habe den Eindruck, Bätzing habe die Kritik der Bischöfe "fast schon mit einem spöttischen Unterton" behandelt, erklärte Maria 1.0 auf Anfrage von CNA Deutsch.

So sei zu lesen, "dass auf der Suche nach Wahrheit – die der Synodale Weg zumindest offiziell darstellen soll – keiner sagen könne, dass er den Heiligen Geist beziehungsweise die Wahrheit habe. Diesen Anspruch des Prozesses, der vom Heiligen Geist inspiriert ist, hat der Synodale Weg allerdings."

Bätzing spreche nicht für die alle deutschen Katholiken

Maria 1.0 verglich die Antwort des DBK-Vorsitzenden mit jener an die polnische Bischofskonferenz: "Er ging auf keine der Sorgen ein und reagierte, als hätte der Synodale Weg die einzig richtigen Antworten auf die Krise der Kirche."

Die Initiative hielt fest, Bätzing spreche nicht für alle deutschen Katholiken oder gar die Weltkirche: "Innerhalb Deutschlands steht nicht jeder Gläubige hinter diesem Weg und das Schreiben der Bischöfe zeigt auch klar, dass es auch innerhalb der Weltkirche nicht nur Unterstützer gibt."

"Ob die Kirche in Deutschland nun in der Gefahr steht sich, von der Römischen Kirche abzuspalten, ist aktuell nicht in der Gänze bewertbar", so die Einschätzung von Maria 1.0. Es gebe aber viele Stimmen, "die zumindest diese Gefahr sehen, die in keinem Fall unterschätzt werden sollte".

Man wolle beten, dass Gott "die Kirche in Deutschland auf seinen Weg der Einheit führt".

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