Es ist offiziell: Mutter Teresa von Kalkutta ist eine Heilige der katholischen Kirche

Zwei Schweizergardisten blicken zum Bild der heiligen Mutter Teresa von Kalkutta auf dem Petersplatz am Tag ihrer Kanonisierung, dem 4. September 2016.
Foto: CNA/Daniel Ibanez
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(Update am 4. September um 2016: Ergänzt um die offizielle Besucherzahl)

Papst Franziskus hat am heutigen Sonntag Mutter Teresa von Kalkutta offiziell heilig gesprochen und ihren Mut und ihr Wirken gewürdigt.

Auf dem voll besetzten Petersplatz und darüber hinaus versammelten sich 120.000 Pilger aus aller Welt – so die offizielle Zählung des Vatikan.

Einige hatten bereits die Nacht dort verbracht – um der großen Nonne die eigene Ehre zu erweisen – und an der Heiligen Messe teilzunehmen, die sie zur Ehre der Altäre erhob. 

Papst Franzisus würdigte in seiner Predigt das Wirken der 1997 verstorbenen Nonne, auch und gerade ihren Einsatz für ungeborene Kinder:  

Mutter Teresa war in ihrem ganzen Leben eine großherzige Ausspenderin der göttlichen Barmherzigkeit, indem sie durch die Aufnahme und den Schutz des menschlichen Lebens des ungeborenen wie des verlassenen und ausgesonderten für alle da war. Sie setzte sich für den Schutz des Lebens ein und betonte immer wieder, dass "der ungeborene Mensch der schwächste,
der kleinste und der ärmlichste ist".
Wie Franziskus weiter betonte, galt ihr Einsatz aber auch ganz konkret den "Erschöpften, die man am Straßenrand sterben ließ, weil sie die Würde erkannte, die Gott ihnen verliehen hatte".
 
Sie habe ihre Stimme vor den Mächtigen der Welt erhoben, so der Papst, "damit sie angesichts der Verbrechen der Armut, die sie selbst geschaffen hatten, ihre Schuld erkennen sollten".
 
Die Barmherzigkeit war für sie das "Salz", das jedem ihrer Werke Geschmack verlieh, und das "Licht", das die Dunkelheit derer erhellte, die nicht einmal mehr Tränen hatten, um über ihre Armut und ihr Leiden zu weinen. 
 
Die Heiligsprechung ist nicht nur ein Höhepunkt des Jahrs der Barmherzigkeit, für die Mutter Teresa wie keine zweite steht. Das Datum fiel auch mit der Feier der Freiwilligen zusammen, die vom 2. bis 4. September in Rom stattfand.  

Die gebürtige Albanerin trat den Loreto-Schwestern im Alter von 17 Jahren bei und wurde nach Kalkutta entsandt. Während sie von einer Krankheit genas, empfing sie, was sie einen "Befehl Gottes" nannte: Das Kloster zu verlassen und unter den Armen zu leben. 

Sie begann, in den Slums zu arbeiten. Sie unterrichtete arme Kinde, behandelte die Kranken in ihren Unterkünften. Ein Jahr später schlossen sich ihr einige ihrer ehemaligen Schülerinnen an, und zusammen nahmen sie Männer, Frauen und Kinder auf, die sterbend auf der Straße lagen. 

1950 gründete Mutter Teresa die Missionarinnen der Nächstenliebe als Kongregation in der Diözese Kalkutta. Ihre Arbeit und ihre Spiritualität fand weltweit Bewunderung. Sie starb am 5. September 1997 im Alter von 87 Jahren. Sechs Jahre später sprach der heilige Papst Johannes Paul II. sie am 19. Oktober 2003 selig.

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