Nach dem China-Abkommen: Zwei Untergrundbischöfe treten auf Wunsch des Vatikans zurück

Überreichte den Bischöfen die Aufforderung, den Kandidaten der Kommunistischen Regierung zu weichen: Erzbischof Claudio Maria Celli - hier bei einer Messe in Rom am 22. Januar 2016.
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Das umstrittene Abkommen des Vatikans mit der Volksrepublik China hat nun auch zum Rücktritt zweier Bischöfe der verfolgten Untergrundkirche geführt: Sie weichen Männern der "Chinesischen Patriotischen Katholischen Vereinigung", die der Kommunistischen Partei untersteht.

Das meldet die Nachrichtenagentur "Asia News".

Die "Patriotische Vereinigung" ist ein direkt der Kommunistischen Partei unterstelltes Kontroll-Organ der chinesischen Regierung. 

Wie "AsiaNews" am 13. Dezember berichtete, hat Bischof Vincent Guo Xijin von Mindong (Ningde) zugestimmt, Weihbischof zu werden, und während Bischof Vincent Zhan Silu der Oberjirte von Mindong wird.

Diese Vereinbarung wurde bei einem Treffen im Staatsgästehaus Diaoyutai in Peking in Anwesenheit von Erzbischof Claudio Maria Celli, getroffen, dem ehemaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates für Soziale Kommunikation.

Bei der gleichen Veranstaltung kündigte Erzbischof Celli an, dass Bischof Peter Zhuang Jianjian von Shantou dem Bischof Joseph Huang Bingzhang weichen wird.

Beide neuen Bischöfe sind von der Regierung ausgewählte Kandidaten, die bis vor kurzem exkommuniziert waren - bis Papst Franziskus im Rahmen des Abkommens zwischen Vatikan und Volksrepublik im September entschied, die Exkommunikationen aufzuheben, wie CNA Deutsch berichtete.

Nun sind sie - mit der ausdrücklichen Zustimmung des Vatikans - offizielle, vom Staat bestimmte Bischöfe.

Laut "AsiaNews" übergab Erzbischof Celli Bischof Guo bei der Versammlung einen Brief von Kardinal Pietro Parolin, dem Staatssekretär ddes Vatikans, und von Kardinal Fernando Filoni, dem Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, und bat ihn, seine Rolle als Bischof von Mindong zugunsten von Bischof Zhan aufzugeben.

"Schilderungen der Priester von Mindong zufolge hat Monsignore Celli dem Bischof gesagt, dass Papst Franziskus selbst um diese Geste des Gehorsams und des Opfers für die allgemeine Situation der chinesischen Kirche bitte", berichtete die Nachrichtenagentur weiter.

"AsiaNews" berichtete, dass Bischof Guo, 59, von den chinesischen Behörden über Nacht im März festgenommen wurde. Während er nach kurzer Haft entlassen wurde, wurde ihm befohlen, die heilige Messe nicht als Bischof zu feiern, weil er von der Regierung nicht anerkannt sei. Bischof Guo wurde auch vor der Karwoche 2017 von Behörden festgenommen.

Im Januar berichtete "Asia News", dass eine vatikanische Delegation Bischof Guo aufforderte, eine Position als Coadjutor-Bischof unter Bischof Zhan anzunehmen. Dies war auch eine der Bedingungen, unter denen chinesische Beamte Bischof Guo während seiner Inhaftierung 2017 vorgeschlagen hatten.

Bischof Guo sagte der "New York Times" im Februar, dass "wir der Entscheidung Roms gehorchen müssen", und dass "unser Grundsatz ist, dass die chinesisch-katholische Kirche eine Verbindung zum Vatikan haben muss; die Verbindung kann nicht getrennt werden".

Aber er wies auch darauf hin, dass "die chinesische Regierung zwar nicht ausdrücklich sagt, dass wir uns von Rom trennen müssen", aber "unter bestimmten Umständen ist letztlich das die Konsequenz".

Bischof Zhuang, 88, wurde bereits Ende 2017 von Vertretern des Vatikans aufgefordert, sich zurückzuziehen, aber er lehnte dies damals offenbar ab. Im Jahr 2006 wurde mit Zustimmung des Heiligen Stuhls zum Bischof geweiht.

Im Dezember 2017 soll Bischof Zhuang dann nach Peking begleitet worden sein, wo er sich jeweils mit Führern der "Chinesischen Katholischen Patriotischen Vereinigung" traf, mit Funktionären der Staatlichen Verwaltung für religiöse Angelegenheiten Chinas – und der Vatikan-Delegation.

Wenn Bischof Zhuang zurücktritt, sagte die Delegation des Heiligen Stuhls Berichten zufolge damals, könne er drei Priester ernennen, von denen Bischof Huang einen als seinen Generalvikar aussuchen würde. "Bischof Zhuang konnte seine Tränen nicht aufhalten, als er diese Forderung hörte", sagte die Quelle von "Asia News" und erklärte: "Es war sinnlos, einen Generalvikar zu ernennen, der immer noch ein Priester ist, den Bischof Huang jederzeit entfernen kann."

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